Lichtblitze am Rand des Gesichtsfeldes

Netzhautablösungen kann man mittels Laser behandeln (Laserkoagulation) - jedoch nur, wenn sie nicht zu weit fortgeschritten sind. (Foto: BVA / augeninfo.de)
Netzhautablösungen kann man mittels Laser behandeln (Laserkoagulation) - jedoch nur, wenn sie nicht zu weit fortgeschritten sind. (Foto: BVA / augeninfo.de)

Erste Symptome für eine Netzhautablösung.

(iwg/fru) Bei einer Kamera werden Bilder vom Film erzeugt. So ähnlich funktioniert auch die Netzhaut im menschlichen Auge. Sie erzeugt Bilder und leitet sie über den Sehnerv an das Gehirn weiter. Dieses ist dann für die Wahrnehmung der Bilder verantwortlich. In der Netzhaut sind laut Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) etwa 130 Millionen Sinneszellen vorhanden – und diese sind sehr anspruchsvoll: „Jede Störung des Stoffwechsels kann sie irreparabel schädigen. Erkrankungen führen häufig zu starken Beeinträchtigungen des Sehens oder sogar zur Erblindung“, erklärt der BVA auf seinen Internetseiten.

Bei Frühsymptomen sofort zum Augenarzt

Auch der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen (BVN) warnt vor den Folgen einer Netzhautablösung: Unbehandelt führt diese zu Gesichtsfeldausfällen und schreitet bis zur Erblindung des Auges fort. Deshalb ist es wichtig, die Augenerkrankung so früh wie möglich zu erkennen. Im Frühstadium treten häufig Symptome wie das Sehen von Lichtblitzen, hellem Flimmern (meist einseitig und im Dunkeln deutlicher als im Hellen), vielen dunklen Punkten oder Spinngewebe auf. Wenn die Netzhaut bereits abgelöst ist, kommt es einem so vor, als würde sich dort eine Mauer oder ein Schatten vorschieben. Wenn auch die Makula im hinteren, zentralen Bereich der Netzhaut betroffen ist, kommt es zu unscharfem, verzerrtem und erschwertem Sehen. Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, sollte sofort der Augenarzt aufgesucht werden.

Denn dort, wo sich die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut von ihrer ernährenden Schicht (Aderhaut) abhebt, werden die Sinneszellen nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und sterben ab. So kann eine Netzhautablösung relativ schnell zu einem erheblichen Verlust des Sehvermögens bis zur Erblindung führen. In Deutschland sind jährlich etwa 8 000 Menschen von einer Netzhautablösung betroffen. Besonders häufig kommt diese bei hochgradig kurzsichtigen Personen ab sechs Dioptrien und Menschen zwischen 50 und 70 Jahren vor, teilt der BVN mit.

Frühzeitige Behandlung mit Laser

Eine rissbedingte Netzhautablösung lässt sich gut mit Laserstrahlen behandeln, allerdings nur, wenn das Loch in der Netzhaut noch frisch ist und die Ränder nicht stark unterspült sind. „Dabei wird die Netzhaut rund um das Loch mit der Unterlage verschweißt und damit eine weitere Abhebung der Netzhaut von der Unterlage verhindert“, erklärt der BVA. Das Verfahren garantiere jedoch nicht 100-prozentigen Erfolg. Zudem kommt die Methode nicht mehr infrage, wenn die Netzhaut außerhalb des Lochbereiches schon so weit abgelöst ist, dass ein „Verschweißen“ der Lochränder mit der Unterlage nicht mehr möglich ist. Dann bleibt nur noch eine Augenoperation, um die Netzhaut wieder anzulegen. Andere Formen wie z. B. die verletzungsbedingte Netzhautablösung sind laut BVN trotz Operation meist mit einer dauerhaften Verschlechterung des Sehens verbunden.

Als Vorsorgemaßnahme wird ab dem 40. Lebensjahr einmal im Jahr eine Untersuchung des Augenhintergrunds durch den Augenarzt empfohlen. Wenn bereits eine Diabeteserkrankung vorhandenen ist oder man unter hoher Kurzsichtigkeit leidet, sollte man entsprechend früher zum Augenarzt – ebenso nach einer Operation des Grauen Stars.