Leistungen in der ambulanten Pflege

Die Hilfe bei der Körperpflege gehört zu den Standardleistungen eines ambulanten Pflegedienstes. (Foto: Fotolia / Peter Maszlen)
Die Hilfe bei der Körperpflege gehört zu den Standardleistungen eines ambulanten Pflegedienstes. (Foto: Fotolia / Peter Maszlen)

Pflegedienste können viel mehr als „nur“ Grundpflege.

(iwg/spo/fru) Ein Pflegefall in der Familie stellt Betroffene und Angehörige meistens vor eine große Herausforderung: Wie soll der Alltag geregelt werden? Wer hilft beim Haushalt, beim Waschen, Anziehen und Essen, falls dies nötig ist? Ambulante Pflegedienste können die Lösung sein. „Die ambulante Pflege ermöglicht Betroffenen, in der vertrauten Umgebung zu bleiben“, erklärt das Bundesgesundheitsministerium den Hauptvorteil dieser Versorgungsform. Denn viele Pflegebedürftige wünschen sich eine Pflege in den eigenen vier Wänden. Wer einen Pflegedienst engagieren will, sollte sich im Vorfeld jedoch Gedanken machen, welche Aufgaben dieser übernehmen soll und was vielleicht von Angehörigen oder Freunden erledigt werden kann. Grundsätzlich bieten alle ambulanten Pflegedienste Leistungen der sogenannten Grundpflege an – dazu gehört z. B. die Unterstützung bei der Körperpflege, beim Essen, beim Aufstehen und Umbetten.

Kochen, Putzen und Spazierengehen

Daneben gibt es die Leistungen der häuslichen Krankenpflege wie etwa Verbandswechsel oder Medikamentengabe. Sie werden über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet. Pflegedienste können darüber hinaus aber auch hauswirtschaftliche Arbeiten wie etwa das Kochen oder Saubermachen übernehmen. Des Weiteren können sie auch die Beratung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen bei pflegerischen Fragestellungen durchführen oder bei der Vermittlung von Hilfsdiensten wie Essensbelieferung oder Organisation von Fahrdiensten und Krankentransporten behilflich sein. Auch Spazierengehen oder Vorlesen bietet Pflegebedürftigen mehr Wahlfreiheit bei der Zusammenstellung ihrer Wunschleistungen. Sie können die ihnen zustehenden Mittel für die Grundpflege, hauswirtschaftliche Hilfe oder eben die Alltagsbetreuung ausgeben und die verschiedenen Leistungen miteinander kombinieren.

Die Verbraucherzentralen raten dazu, sich mehrere Pflegedienste genau anzuschauen sowie Preise und Leistungen zu vergleichen. Adressen gibt es bei den Pflegekassen oder bei den Pflegestützpunkten in der Region. Die Pflegekassen, die bei der jeweiligen Krankenkasse angesiedelt sind, informieren auch zu Anträgen und Formalitäten, um dafür Geld aus der Pflegeversicherung zu bekommen.

Die Kosten kalkulieren

Die Dienste, die infrage kommen, können zum Hausbesuch eingeladen werden, damit die individuellen Bedürfnisse und das Abrechnungsverfahren durchgesprochen werden können. Besonders wichtig: Ein Kostenvoranschlag erleichtert die Planung des Finanziellen, denn die von der Pflegekasse bewilligten Mittel reichen nicht unbedingt für alle Wünsche aus.

Ist ein Pflegedienst engagiert, sollte laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nach zwei bis vier Monaten Bilanz gezogen werden. Das heißt: Kommt der Pflegebedürftige gut mit den Mitarbeitern zurecht? Werden seine Wünsche beachtet und wird er bei den Dingen, die er noch selbst tun kann, gefördert – auch wenn es langsamer geht? Halten sich die Mitarbeiter an die abgesprochenen Zeiten und werden die Angehörigen in die Abläufe einbezogen? Wer unzufrieden ist, kann den Pflegedienst selbstverständlich auch wechseln.