Leichtes Training schützt vor dem Fall

Eine gute Mischung aus Kraft- und Gleichgewichtstraining hält ältere Menschen lange sicher auf den Beinen. (Foto: R. Kneschke/Fotolia)
Eine gute Mischung aus Kraft- und Gleichgewichtstraining hält ältere Menschen lange sicher auf den Beinen. (Foto: R. Kneschke/Fotolia)

Wie ältere Menschen Stürze vermeiden können.

Während Kinder und Jugendliche sich gerne in waghalsige sportliche Abenteuer stürzen, sind ältere Menschen in der Regel vorsichtig. Die Angst vor einem Sturz und einer schweren Verletzung hemmt gerade bei jenen, die eingeschränkt beweglich und unsicher im Gang sind, die Unternehmungslust. Doch das muss nicht sein, schließlich gibt es einige Tipps, um der Sturzgefahr aus dem Weg zu gehen. Schätzungen zufolge stürzen 30 von 100 Männern und Frauen über 65 Jahre pro Jahr einmal, so das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Allerdings folge nicht immer gleich der Oberschenkelhalsbruch: Die meisten Stürze bleiben ohne ernsthafte gesundheitliche Folgen, Knochenbrüche kämen in weniger als zehn Prozent der Fälle vor.

Stolperfallen beseitigen

Gründe für einen Sturz gibt es viele: Stolperfallen in der Umgebung, fehlende Kraft und Balance, schlechte Augen, Kreislaufprobleme oder die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente. Das Problem: Wer einmal gestürzt ist, hat ein höheres Risiko, noch einmal zu fallen. Deshalb sollten Betroffene gegensteuern, vor allem, wenn bereits eine Vorerkrankung oder Pflegebedürftigkeit besteht.

Wahre Fallstricke in der Wohnung können zum Beispiel hohe Teppichkanten, lose Kabel, Leisten an Türschwellen, Treppen ohne Handlauf sowie rutschende Teppichbrücken sein. Wer zuhause glattes Parkett hat, sollte darauf nicht in Socken herumlaufen und besonders im Bad sind für sturzgefährdete Personen Griffe und Handläufe wichtig.

Darüber hinaus ist aktiver Einsatz gefragt – denn werden sie nicht trainiert, bauen sich die Muskeln automatisch ab. Pro Jahr verliert der inaktive erwachsene Mensch ein bis zwei Prozent seiner Muskelmasse. Darüber hinaus sind besonders Frauen ab dem 60. Lebensjahr verstärkt von der sogenannten Sarkopenie (Muskelabbau) und der damit einhergehenden Unsicherheit in den Bewegungen betroffen. Spazieren gehen allein reicht nicht aus, um dem entgegen zu wirken.

Gymnastik, Yoga oder Tai Chi

Um die Leistungsfähigkeit wieder zu steigern, ist es indes nie zu spät: Von einem an den Gesundheitszustand angepassten leichten Training können Menschen jeden Alters profitieren. Wichtig ist eine gute Mischung aus Kraft- und Gleichgewichtstraining. Beides hilft, Stürze zu abzufangen – kommt es doch zum Fall, können sich aktive Menschen besser abstützen und schwere Verletzungen verhindern.

Kraft und Balance zu verbessern muss aber nicht heißen, schwere Langhanteln zu stemmen und das einbeinige Stehen zu üben. Eine ganze Reihe von Sportarten, die auch für ältere Menschen geeignet sind, vereinen Spaß und Nutzen gleichermaßen: zum Beispiel Yoga, Tai Chi, Tanzen oder Gymnastik. Fitnessstudios und Sportvereine bieten dazu viele Möglichkeiten, die oft unverbindlich ausprobiert werden können. Sogar hochaltrige Menschen, die zuhause gepflegt werden müssen, können aktiv werden – zum Beispiel in speziell konzipierten Kursen zur Sturzprävention.

 

Eine Kommentar schreiben

Ihre Emailadresse wird nicht veröffentlicht! Erforderliche Felder sind mit einem * gekennzeichnet.

Sie können folgende HTML Tags und Attribute verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>