Lebensmitteldeklaration: fettfrei heißt nicht fettfrei

Selbst mit der Lupe finden Verbraucher nicht immer alles auf der Verpackung, was drin ist. (Foto: Schlierner / Fotolia)
Selbst mit der Lupe finden Verbraucher nicht immer alles auf der Verpackung, was drin ist. (Foto: Schlierner / Fotolia)

(dbp/auh) Wer wissen will, was in verpackten Lebensmitteln alles drin ist, darf beim Einkauf seine Lesebrille nicht vergessen.

Vor allem Menschen, die auf bestimmte Nahrungsbestandteile oder Zusatzstoffe allergisch reagieren, sind darauf angewiesen, dass alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung aufgelistet sind.

Wer es nicht ganz so genau nehmen muss, sich aber trotzdem gesund ernähren will, für den stehen – meist in erheblich größerer Schrift – auf immer mehr Produkten sogenannte „Health Claims“. Das können gesundheitsbezogene Aussagen sein wie zum Beispiel „Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit bei“ oder auch nährwertbezogene Hinweise wie „fettarm“ oder „zuckerfrei“. Diese Behauptungen dürfen allerdings nur unter bestimmten Bedingungen getroffen werden, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegt worden sind, nachzulesen in der Verordnung Nr. 432/2012 vom 16. Mai 2012.

Wer nun denkt, ein Produkt, auf dem „fettfrei“ steht, habe absolut kein Fett, der irrt. Bis zu maximal 0,5 Prozent Fett kann es enthalten. Paradox: So genau darf der Hersteller sein Produkt aber nicht kennzeichnen. Es ist ihm untersagt, draufzuschreiben: „99,5 Prozent fettfrei“. Erlaubt ist hingegen die Aussage „fettfrei“. Für Zucker gilt dieselbe Regelung.

Weitere Einzelheiten zur Lebensmitteldeklaration gibt es im Internet unter www.bll.de beim Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde. Dass nicht alles draufstehen muss, was drin ist, hat der Gesetzgeber so geregelt. Die Details sind nachzulesen in der „Verordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln“. Sehr aufschlussreich sind die zahlreichen Beispiele aus der Praxis, die das Portal www.lebensmittelklarheit.de auflistet.