Lästiger Infekt

Nasensprays helfen bei einer verstopften Nase. Bei dauerhafter Anwendung können sie jedoch die Nasenschleimhäute schädigen. (Foto: Fotolia / Lars Zahner)
Nasensprays helfen bei einer verstopften Nase. Bei dauerhafter Anwendung können sie jedoch die Nasenschleimhäute schädigen. (Foto: Fotolia / Lars Zahner)

Wie Erkältungssymptome gelindert werden können

Keine andere Krankheit tritt so oft auf wie die Erkältung (medizinisch: grippaler Infekt). Erwachsene befällt sie im Durchschnitt zwei- bis viermal pro Jahr, Kinder bekommen sie sogar sechs- bis zehnmal. Die Erkrankung wird meistens durch Erkältungsviren verursacht, die sich schnell verändern können. Mittlerweile sind mehr als 200 verschiedene Typen von Erkältungsviren bekannt. Man ist weder durch eine vormalige Erkältung vor einer neuen Erkrankung gefeit, noch gibt es eine Behandlung, die direkt gegen die Viren zielt. Allenfalls kann man die Erkältungssymptome lindern.

Selbstmedikation bevorzugt

Anfangs werden Erkältungsbeschwerden fast immer in Eigenregie (Selbstmedikation) behandelt. „Bei rezeptfreien Arzneimitteln ist die Beratung durch den Apotheker unverzichtbar – deshalb sind Arzneimittel apothekenpflichtig. Denn der Apotheker kann nicht nur zum richtigen Präparat raten, er kann auch beurteilen, ob ein Arztbesuch nötig ist“, sagt Thomas Benkert von der Bundesapothekerkammer. Viele Symptome einer Erkältung, wie Kopfschmerzen, Husten, Fieber oder Schnupfen, ließen sich mit rezeptfreien Medikamenten zielgerichtet und gut verträglich behandeln.

Wenn jedoch der Apotheker im individuellen Beratungsgespräch Symptome einer Influenza (echte Grippe) feststellt, wie z. B plötzliches hohes Fieber und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, wird er dem Patienten zum sofortigen Arztbesuch raten. Aber auch bei der meist eher harmlosen Erkältung kann manchmal ein Arztbesuch unumgänglich sein. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Schmerzen in der Stirn oder im Augenbereich auftreten, was ein Hinweis auf eine mögliche Beteiligung der Nebenhöhlen sein kann. Auch bei eitrigem oder blutigem Auswurf sowie Schmerzen beim Atmen oder Husten in Kombination mit hohem, anhaltenden Fieber sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Hausmittel und Medikamente helfen

Es gibt ein breites Spektrum an Hausmitteln und anderen Präparaten zur Bekämpfung der Erkältungssymptome. Das A und O für eine vollständige Genesung bleibt jedoch viel Ruhe und Schlaf. Bei einer verstopften Nase kann die Inhalation von ätherischen Ölen und Heilkräutern in einem Wasserbad zur Linderung der Symptome beitragen. Brustwickel können zudem Husten und Halsschmerzen abschwächen. Zur Verbesserung des Allgemeinbefindens können Schwitzkuren und Fußbäder angewendet werden. Die Wirkung von Zink-Präparaten, pflanzlichen Mitteln, Paracetamol und Acetylsalicylsäure können teilweise ebenfalls zur Linderung der Symptome beitragen.

Allerdings können weder Hausmittel noch andere Präparate die Krankheitsdauer verkürzen. Es gilt nach wie vor die Faustregel, dass eine Erkältung – ob mit oder ohne Behandlung – erst nach etwa sieben bis zehn Tagen überstanden ist. In dieser Zeit sollte man wenn möglich ganz auf Sport und sonstige anstrengende Tätigkeiten verzichten. Um möglichst erkältungsfrei durch den Winter zu kommen, empfiehlt es sich, das Immunsystem durch regelmäßigen Sport, Sauna- und Dampfbadbesuche oder tägliche Wechselduschen in Schwung zu bringen. Auch eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem zusätzlich.