Lachyoga: Lachen ist gesund

Beim Lachen werden viele Muskeln trainiert und Glückshormone ausgeschüttet. (Foto: Bilderbox)
Beim Lachen werden viele Muskeln trainiert und Glückshormone ausgeschüttet. (Foto: Bilderbox)

Lachyoga wirkt sich positiv auf den Organismus aus und bringt jede Menge Spaß.

(dbp/nas) „Lachen reinigt die Zähne“, besagt ein Sprichwort aus Afrika, „Lachen macht gutes Blut“, heißt es in Italien und der Volksmund im deutschsprachigen Raum weiß: „Lachen ist die beste Medizin“. Inzwischen kann man wissenschaftlich tatsächlich nachweisen, dass Lachen die Gesundheit fördert. Es bringt den Stoffwechsel auf Touren, stimuliert das Immunsystem und kann als natürlicher Blutdrucksenker und Schmerzkiller wirken. Beim Lachyoga macht man sich die positiven Effekte des Lachens bewusst zunutze.

Je öfter man lacht, desto besser

„Ho-Ho-Ha-Ha-Ha“. Schon diese wenige Silben bewegen etwas in unserem Körper, und zwar buchstäblich. Die Teilnehmer einer Lachyoga-Gruppe artikulieren sie und klatschen dabei in die Hände. Die werden warm und das Lachen – und sei es zu Beginn auch eher „künstlich“, setzt Muskeln in Bewegung, ebenso wie Gedanken und Gefühle. Das Lachen wird dann ganz automatisch tiefer und kommt aus dem Innern, sagt Petra Hellmeck. Sie ist genau wie ihre Kollegin Christine Burk Lachyoga-Leiterin. Gemeinsam leiten sie eine Gruppe beim Naturheilverein in Bad Nauheim.

Es gehe nicht darum, sich Witze zu erzählen oder ähnliches, sondern um das sogenannte „grundlose Lachen“, auch „Sanskrit hasya“ genannt. Lachyoga heißt deshalb ursprünglich auch „Hasya-Yoga“. Dabei werde etwas Kindlich-Verspieltes herausgelockt, erklärt Christine Burk. Kinder lachen ungefähr 400 Mal am Tag – und das häufig ganz ohne Grund. Die meisten Erwachsenen haben dagegen Nachholbedarf in Sachen Fröhlichkeit. Und den kann man mit Lachyoga decken. In der Gruppe, aber auch mit dem Partner oder allein.

Lachen ist Ausdauertraining

Auf körperlicher Ebene ist das Lachen ein hervorragendes Ausdauertraining: „400 Muskeln werden bewegt“, erläutert Christine Burk. Das Zwerchfell wird trainiert, der Sauerstoffgehalt im Körper erhöht, die Produktion von Stresshormonen gesenkt und die Ausschüttung von Endorphinen (Glückshormonen) gefördert. Mit dem klassischen Yoga hat das Lachyoga eigentlich nur die Atemübungen gemein, sagt Petra Hellmeck. Das Wort „Yoga“ bedeutet übrigens so viel wie Anspannung, und der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung spielt auch beim Lachen eine wesentliche Rolle. So können mit einfachsten Mitteln Kräfte geweckt und Blockaden gelöst werden.

Gesprochen wird so gut wie gar nicht. Man arbeitet mit Pantomime und die Kommunikation wird von Blicken und Gesten bestimmt. Die Ausnahme: „Gibberisch“, eine Fantasiesprache, in der man sich gegenseitig etwas „erzählen“ und damit zum Lachen bringen soll. Außerdem gibt es Übungen wie das „Fechtlachen“, bei denen Bewegungsabläufe aus dem Fechten imitiert werden. Im Sommer kann man so tun, als würden Eiswürfel den Rücken herunterrutschen, im Winter eine imaginäre Schneeballschlacht veranstalten.

Jede Übungssequenz dauert 20 Minuten und wird mit einem „Ho-Ho-Ha-Ha-Ha“ abgeschlossen. Danach ist oft ein kräftiger Schluck aus der Wasserflasche nötig und am Ende steht eine Atemübung. Die Wirkung des Trainings bleibt nicht aus, sagen Petra Hellmeck und Christine Burk: Je öfter man lacht, desto größer wird dabei auch die Bereitschaft dazu – und desto positiver wiederum die Ausstrahlung im Alltag, so die Erfahrung der beiden Kursleiterinnen.