Kügelchen von der Kasse?

Homöopathische Behandlungen können bei Teilnahme der gesetzlichen Krankenkasse und des Arztes an Verträgen des DZVhÄ erstattet werden. (Foto: Kautz15 / Fotolia)
Homöopathische Behandlungen können bei Teilnahme der gesetzlichen Krankenkasse und des Arztes an Verträgen des DZVhÄ erstattet werden. (Foto: Kautz15 / Fotolia)

Auch gesetzlich Versicherte können von der Homöopathie profitieren.

(dbp/nas) Theoretisch ist die Homöopathie in Deutschland eine gleichberechtigte Medizin, zumindest nach dem Sozialgesetzbuch, sagt Christoph Trapp, Pressesprecher des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). In der Praxis habe ein homöopathisch tätiger Vertragsarzt allerdings keine richtige Abrechnungsmöglichkeit.

Während Patienten, die privat versichert sind, die Behandlungskosten in aller Regel erstattet bekommen, müssen viele gesetzlich Versicherte selbst zahlen. Es sei denn, sie haben eine private Zusatzversicherung oder sie nehmen an sogenannten „Direktverträgen“ des DZVhÄ teil, um Leistungen bei beteiligten Vertragsärzten erstattet zu bekommen.

Patienten können sich in Direktverträge einschreiben

Diese Direktverträge schließt die Managementgesellschaft des DZVhÄ mit verschiedenen Krankenkassen ab; zusätzlich kooperieren auch Krankenhäuser und Apothekerverbände in einigen Verträgen. Seit 2005 ist es im Rahmen der „Integrierten Versorgung“ möglich, dass einzelne Parteien im Gesundheitssystem miteinander Selektivverträge abschließen, erklärt Christoph Trapp. Am Modell der „DZVhÄ-Direktverträge Homöopathie“ sind derzeit etwa 90 Krankenkassen und 1.600 homöopathische Vertragsärzte beteiligt.

Voraussetzung für eine Teilnahme auf ärztlicher Seite ist das „Homöopathie-Diplom“ des DZVhÄ oder eine gleichwertige vom DZVhÄ anerkannte Qualifikation. Wer als Patient in einer der beteiligten Kassen versichert und bei einem teilnehmenden Vertragsarzt in Behandlung ist, der muss nicht mehr tun, als eine Teilnehmererklärung zu unterzeichnen, um die Kosten der Behandlung von seiner Kasse erstattet zu bekommen – ohne dass er dafür etwas zusätzlich bezahlen muss. Beteiligt sich die eigene Kasse nicht an den Direktverträgen, kann ein an der Homöopathie interessierter Patient in eine teilnehmende Kasse wechseln. Ist der Arzt, der einen behandelt, hingegen nicht in die Direktverträge eingeschrieben, sollte man ihn darauf ansprechen, rät Christoph Trapp.

Bei Zusatzversicherungen aufs Kleingedruckte achten

Beim Abschluss einer privaten Zusatzversicherung sei es wichtig, darauf zu achten, dass auch tatsächlich Privatarztrechnungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bezahlt werden – sonst ist eine Kostenerstattung außerhalb der gesetzlichen Versicherungsleistung nicht möglich. Hier gilt also: Aufs Kleingedruckte achten! Viele Versicherer übernehmen ausschließlich Heilpraktikerbehandlungen, für die eine andere Gebührenordnung gilt, warnt der DZVhÄ. In dessen Direktverträgen sind Heilpraktiker wiederum nicht integriert.

Was homöopathische Arzneimittel angeht, werden die Kosten für Kinder bis zum vollendeten 12. und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr per Gesetz übernommen. Seit Januar 2012 können die Krankenkassen zudem Arzneimittel der Homöopathie wie auch der Phytotherapie und der anthroposophischen Medizin als Satzungsleistung anbieten. Einige gesetzliche Krankenkassen bieten ihren Versicherten, nachdem diese zunächst in Vorleistung treten müssen, eine Kostenerstattung bis zu einem bestimmten Höchstbetrag an.