Kreuzallergie: erst Birke, dann Birne

Ein Allergietest ermittelt, welche Allergene die Beschwerden auslösen. (Foto: Gorilla / Fotolia)
Ein Allergietest ermittelt, welche Allergene die Beschwerden auslösen. (Foto: Gorilla / Fotolia)

(dbp/cwr) Viele Menschen, die allergisch auf Pflanzenpollen reagieren, haben auch Beschwerden, wenn sie bestimmte Lebensmittel essen.

Sie zeigen eine sogenannte Kreuzallergie. Der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (BVHNO) rät dazu, jene Lebensmittel, die ein Brennen oder Kribbeln auslösen, nicht einfach vom Speiseplan zu streichen, sondern einen HNO-Arzt aufzusuchen. Dieser könne schnell herausfinden, ob eine Kreuzallergie vorliegt oder eine echte Nahrungsmittelallergie.

Der Grund für eine Kreuzallergie liegt in den Proteinen der Obst- und Gemüsesorten. „Da einige eine ähnliche Struktur haben wie Pflanzenpollen, reagiert das Immunsystem auch hier“, erklärt Professor Leif Erik Walther vom BVHNO. Meistens sei es so, dass Menschen, die auf Frühblüher wie Birke und Hasel sensibilisiert sind, schlecht Paprika, Tomate, Apfel, Birne, Erdbeeren, Kümmel oder Mandeln vertragen. Patienten mit einer Gräser-Allergie könnten Probleme bei Soja-Produkten und Erdnüssen bekommen. Meist tritt ein Brennen oder Kribbeln an der Lippe oder im Mund-Rachen-Raum auf – eine typische Reaktion für eine Kreuzallergie. „Dieses sogenannte orale Allergie-Syndrom kann ganz unterschiedliche Ausprägungen haben – bis hin zu lebensbedrohlichen Schwellungen im Kehlkopfbereich“, sagt der Experte.

Eine Pollen- und somit auch eine Kreuzallergie wird mittels Hyposensibilisierung (Immuntherapie) behandelt. Dabei wird die Immunreaktion mit ihren eigenen Waffen bekämpft: Dem Körper wird jene Substanz, die die Allergie auslöst, mit Absicht zugeführt. Dadurch soll er sich an das Allergen gewöhnen. „Um einen nachhaltigen Therapieerfolg zu erreichen, empfiehlt sich eine Behandlungsdauer von mindestens drei Jahren“, sagt Professor Walther. Oft würden die Patienten aber schon nach der ersten Therapiephase eine beschwerdeärmere Pollensaison erleben und die bis dato kritischen Lebensmittel besser vertragen.