Krankhafte Venen von innen verschließen

Unschöne oder gar gesundheitsschädigende Krampfadern kann man mit einer Laserbehandlung loswerden. (Foto: Fotolia / zlikovec)
Unschöne oder gar gesundheitsschädigende Krampfadern kann man mit einer Laserbehandlung loswerden. (Foto: Fotolia / zlikovec)

IGeL-Check: Die Laserbehandlung bei Krampfadern gilt als schonendes Verfahren.

Individuelle Gesundheits-Leistungen (IGeL) sind ärztliche Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Nur auf Wunsch und mit schriftlicher Zustimmung des gesetzlich Versicherten darf der Arzt eine IGeL erbringen und muss diese nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abrechnen. Die GOÄ sieht einen Gebührenrahmen mit Mindest- und Höchstsätzen vor, je nach Aufwand der Leistung.

(dbp/fru) Krampfadern (medizinisch Varizen) sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern stellen für viele Menschen ein Gesundheitsrisiko dar. Spätestens wenn Betroffene ein Schwere- oder Müdigkeitsgefühl in den Beinen spüren oder von nächtlichen Wadenkrämpfen geplagt werden, sollte ein Venenspezialist aufgesucht werden. Zwischen 50 und 80% der Deutschen haben ein Krampfaderleiden (medizinisch Varikose). Die Venenveränderungen sind dabei unterschiedlich stark ausgeprägt und treten eher im höheren Alter auf. Frauen sind drei Mal häufiger betroffen als Männer.

Gesetzliche Krankenkassen zahlen nur herkömmliche Methoden

Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, um Krampfadern den Garaus zu machen. Zunächst muss jedoch vom Arzt im Einzelfall geklärt werden, ob es sich bei dem Leiden nur um ein kosmetisches Problem handelt oder ob eine Behandlung medizinisch erforderlich ist. In der Regel geschieht dies mit einem Ultraschall, der den Zustand des Venensystems einschließlich der Venenklappen anzeigt sowie Veränderungen im tiefen Venensystem und Thrombosen erkennt und bildlich dokumentiert. Gleichzeitig kann auch die Strömungsrichtung und -geschwindigkeit des Blutes in den Venen gemessen werden.

Die Beurteilung des Arztes ist auch entscheidend dafür, ob die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für eine herkömmliche Behandlung übernimmt, zum Beispiel für die sogenannte Strippingmethode, bei der die Krampfader von der betroffenen Vene getrennt und mittels einer Sonde entfernt wird. In schweren Fällen wird die gesamte veränderte Vene vom Knöchel bis zur Leiste aus dem Bein gezogen.

Lasertherapie ist immer eine IGeL

Die betroffenen Venenstücke können aber auch verödet werden, und zwar chemisch, mechanisch, mit Radiowellen oder mit einem Laser. Eine Lasertherapie zur Verödung von Krampfadern ist dabei für gesetzlich Versicherte in jedem Fall eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und muss daher vom Patienten aus eigener Tasche bezahlt werden. Sie kostet laut IGeL-Monitor inklusive Einmal-Lasersonde pro Bein in der Regel zwischen 1.000 und 2.000 Euro.

Die Behandlung erfolgt minimal-invasiv und unter Lokalanästhesie. Es ist keine Vollnarkose notwendig. Die betroffene Vene wird mit einer Punktionsnadel angestochen, ähnlich wie bei  einer Blutabnahme. Durch den Katheter wird anschließend ein Laser-Lichtleiter in die Vene geschoben. Die dann abgegebene Laserenergie produziert Hitze, die die Vene allmählich verschließt. Nach der circa einstündigen Behandlung kann der Patient normalerweise wieder nach Hause gehen. Danach sollte er für zwei bis drei Wochen Kompressionsstrümpfe tragen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Methode sehr nebenwirkungsarm ist und Komplikationen seltener auftreten, als bei einer herkömmlichen Operation. Aussagen über eine Langzeitwirkung können jedoch noch nicht zuverlässig abgegeben werden, da hier noch entsprechende Studien fehlen. In jedem Fall sollten Vor- und Nachteile ausgiebig mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.