Krampfadern sollten untersucht werden

Öfter mal die Beine hochlegen, das tut den Venen gut. (Foto: Picture-Factory / Fotolia)
Öfter mal die Beine hochlegen, das tut den Venen gut. (Foto: Picture-Factory / Fotolia)

Varizen sind nicht nur ein kosmetisches Problem.

(dbp/auh) Eine blaugrüne Ader schlängelt sich das Bein entlang, deutlich sichtbar dicht unter der Haut, an der Wade oder in der Kniekehle. Nicht schön, aber muss man damit zum Arzt? Ja, wer sichtbare Krampfadern hat, sollte diese von einem Gefäßmediziner untersuchen lassen. Das kann ein Angiologe oder ein Phlebologe sein. Die Venen-Diagnostik ist schmerzfrei und risikolos. Die Untersuchungsergebnisse geben Aufschluss darüber, ob und wie das Venenproblem behandelt werden muss.

Krampfadern sind nicht immer sichtbar

Das Krampfaderleiden (Varikosis) kann sich aber auch anders zeigen. Manche Krampfadern (Varizen) sind äußerlich nicht sichtbar. Manchmal sind kleine Besenreiser, die gar keine Beschwerden verursachen, erste Zeichen für eine beginnende Varikosis.

Früherkennung und rechtzeitige Therapie sind bei Krampfadern besonders wichtig, denn sie erhöhen das Risiko für ein Blutgerinnsel in den Venen. Eine solche Thrombose ist lebensgefährlich, weil sie zu einer Lungenembolie führen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin (DGA) rät, auch wenn keine Krampfadern sichtbar sind, bei folgenden Symptomen zu einem Gefäßmediziner zu gehen:

• ein Spannungs- und Schweregefühl in den Beinen,

Schmerzen nach langem Stehen oder Sitzen,

• verstärkte Beschwerden am Abend und bei Wärme sowie

• Schmerzlinderung, wenn die Beine hoch gelagert oder gekühlt werden.

Vererbung ist kein Schicksal

Leichte Venenbeschwerden haben etwa 32 Millionen Deutsche. Vermutlich ist Bewegungsarmut der Hauptgrund für die weite Verbreitung der Erkrankung. Aber auch Veranlagung spielt eine große Rolle. Die Deutsche Gefäßliga schreibt: „Ganz ohne familiäre Disposition entstehen nur selten Krankheiten des oberflächlichen Venensystems.“ Die Deutsche Venenliga allerdings warnt davor, „vererbte“ Krampfadern als unausweichliches Familienschicksal zu begreifen. Jeder Mensch könne viel für seine Venengesundheit tun – vorbeugend, aber auch therapiebegleitend und nach einer Krampfadern-Operation.

Krampfadern entfernen oder verschließen

Ausgeprägte Krampfadern müssen behandelt werden. Welche Therapieoption gewählt wird, hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem von Art und Schwere der Erkrankung, aber auch vom Alter des Patienten und davon, welche weiteren Krankheiten vorliegen.

Bei der klassischen operativen Methode (Stripping) wird die kranke Vene oder der erkrankte Teil einer Vene herausgezogen. Andere Verfahren, die in der Regel nicht von den gesetzlichen Kassen bezahlt werden, entfernen die Vene nicht, sondern schalten sie aus, indem die Gefäßinnenwände verschlossen werden – entweder mit Laser oder mit Radiofrequenz. Nicht immer muss operiert werden: Die Verödung (Sklerosierung) mit Schaum ist sanft und unbedenklich, aber nur bei sichtbaren und oberflächlichen Krampfadern möglich.