Krampfadern sollten untersucht werden

Nach der Behandlung von Krampfadern trägt man in der Regel noch 1 bis 2 Tage Kompressionsstrümpfe, um den Bluttransport in den übrigen Venen anzuregen. (Foto: tibanna79 / Fotolia)
Nach der Behandlung von Krampfadern trägt man in der Regel noch 1 bis 2 Tage Kompressionsstrümpfe, um den Bluttransport in den übrigen Venen anzuregen. (Foto: tibanna79 / Fotolia)

Besenreiser sind hingegen meist harmlos und nur ein kosmetisches Problem.

(dbp/abz) Die beiden wohl häufigsten sichtbaren Venenerkrankungen sind sogenannte Besenreiser und Krampfadern. Besenreiser, die sehr kleinen, violett-blau durch die Haut schimmernden Äderchen an Ober- und Unterschenkeln, die sich vereinzelt, spinnenartig verzweigen, sind in der Regel nur ein optisches Problem. Krampfadern hingegen, sind oft dicke oberflächlich hervortretende Blutgefäße, die grundsätzlich sehr ernst zu nehmen sind, weil sie ein Anzeichen für einen gestörten Blutrückstrom darstellen können.

Je größer die Krampfader und damit die Störung des Blutabstroms ist, desto gefährlicher ist es. Zudem steigt auch das Risiko für Thrombosen und damit für lebensbedrohliche Lungenembolien. Auch Besenreiser sind nur dann als unbedenklich zu bezeichnen, wenn sie die oberflächlichen Venen betreffen. Sind auch tiefer gelegene Stammvenen und deren Seitenäste krankhaft verändert, kann auch von ihnen Gefahr ausgehen.

Verschiedene Ausprägungen – verschiedene Ursachen

Ursache der Besenreiser sind kleinste Venenerweiterungen, die bevorzugt an Fußknöcheln, den Beinen sowie im Gesicht zu finden sind. Nur in seltenen Fällen sind die dünnen Linien schmerzhaft – dann können sie ein Hinweis auf eine tiefer liegende Erkrankung des Venensystems sein. Bei Krampfadern (medizinisch Varizen) unterscheidet man primäre und sekundäre Ausprägungen. Primäre Krampfadern entstehen durch geschwächte Venenwände und -klappen im oberflächlichen Venensystem. Oft wird die Veranlagung dazu vererbt. Frauen haben ein erhöhtes Risiko, weil sie tendenziell über schwächeres Bindegewebe verfügen. Zudem ist das Alter ein entscheidender Faktor. Auch Bewegungsmangel, Übergewicht, Nikotinkonsum und hormonelle Veränderungen spielen nach Angaben des Berufsverbands Deutscher Internisten eine Rolle. Deshalb sind auch Schwangere besonders gefährdet.

Bei sekundären Varizen ist die Ursache eine Störung im tiefen Venensystem, zum Beispiel hervorgerufen durch einen Tumor oder eine Thrombose. Das Blut wird dadurch in die oberflächlichen Venen umgeleitet. Die Folgen sind in beiden Fällen: eine Stauung und ein vermehrter Rückfluss des venösen Blutes. Der erhöhte Druck schädigt die Venen – und auch das umliegende Gewebe. Krampfadern können unbehandelt zu Stauungsausschlägen, Geschwüren und zum offenen Bein führen sowie Erkrankungen des tiefen Venensystems verursachen.

Behandlung erfolgt klassisch oder innovativ

Es gibt zwei ambulante Verfahren, die unschönen Besenreiser und Krampfadern loszuwerden: Bei der klassischen Verödung (Sklerosierung)  wird flüssiges Verödungsmittel gespritzt, das eine Venenentzündung künstlich hervorruft. Dadurch verkleben die Venenwände miteinander und vernarben. Besenreiser lassen sich auch mit speziellem Laser behandeln: Dann kleben die feinen Venenwände durch die von außen auf die Haut erfolgte Hitzebestrahlung zusammen. Im Anschluss an beide Verfahren wird in der Regel eine Kompressionstherapie für einige Stunden oder 1 bis 2 Tage durchgeführt. Patienten müssen die Kosten für die kosmetischen Eingriffe meistens selbst tragen.

Bei großen Krampfadern kommen als Behandlungsverfahren vor allem die Operation bzw. eine Laser- oder Radiowellentherapie (Radiofrequenz-Obliteration, RFO) mit speziellen Kathetern zur Anwendung. Das sogenannte Stripping ist eine Operation, bei der die Krampfadern mit einer Sonde aus dem Bein herausgezogen werden. Allerdings ist es heute technisch möglich, rund 80 Prozent der Stripping-Operationen durch modernere Verfahren zu ersetzen.