Krampfadern ernst nehmen

Die Ultraschall-Doppler-Sonographie kommt in spezialisierten Venenkliniken und phlebologischen Praxen als sanfte Diagnostikmethode zum Einsatz. (Foto: Deutsche Venen-Liga e.V.)
Die Ultraschall-Doppler-Sonographie kommt in spezialisierten Venenkliniken und phlebologischen Praxen als sanfte Diagnostikmethode zum Einsatz. (Foto: Deutsche Venen-Liga e.V.)

Unbehandelt können manche zu Venenentzündungen oder Thrombosen führen

Meist treten sie in geschlängelter oder verästelter Form an den Beinen auf – die Krampfadern (medizinisch: Varizen). Dabei handelt es sich laut dem Portal „Internisten im Netz“ des Berufsverbands der Deutschen Internisten um erweiterte, knotenförmige, blau schimmernde oberflächliche Venen. Ein Krampfaderleiden wird auch als Varikose bezeichnet. Im Gegensatz zu den harmlosen Besenreisern, bei denen lediglich kleine und kleinste Gefäße betroffen sind und deren Weitung an sich keine Gesundheitsgefährdung darstellt, sollten Krampfadern ernst genommen werden.

„Krampfadern können im fortgeschrittenen Stadium zu einem ‚offenen‘ Bein, also zu einem Geschwür am Unterschenkel oder im Knöchelbereich (Ulcus cruris) führen“, warnen die Internisten im Netz. Die offenen Stellen könnten dann trotz sorgfältiger Behandlung nur schlecht abheilen.

Gestörter Bluttransport in den Venen

Zwar sind Krampfadern vornehmlich an den Beinen zu beobachten, letztlich können sich Venen aber in nahezu allen Regionen des Körpers zu Krampfadern entwickeln, wenn der venöse Abstrom behindert ist. Beispielsweise kommt es bei Verschluss der großen Bauchvene zu oberflächlichen Krampfadern am Unterbauch, und bei Patienten mit einer Leberzirrhose bilden sich manchmal Krampfadern sogar in der Schleimhaut der Speiseröhre aus.

Wenn der Bluttransport in den Venen gestört ist, sinkt die Fließgeschwindigkeit des Bluts. „Dies kann bei schwerer venöser Stauung zu Blutgerinnseln (Thromben) bzw. zu einer tiefen Venenthrombose mit Verschluss kleinerer oder auch größerer tiefer Venen führen“, erklären die „Internisten im Netz“. Löst sich dabei ein Gerinnsel oder ein Teil davon und fließt in Richtung Herz, kann dieser sogar in den Lungenkreislauf gelangen und eine Lungenembolie verursachen.

Standardbehandlung ist eine feste Kompressionstherapie

Es gibt sehr viele Behandlungsmethoden, mit denen man den Krampfadern zu Leibe rücken kann. Die geeignete Therapie oder Operationstechnik ist laut der Broschüre „Venenfacts“ der Deutschen Venen-Liga für jeden Patienten – je nach Befund – individuell auszuwählen. Die wichtigste Maßnahme ist dabei immer eine Kompressionstherapie – vorausgesetzt, die arterielle Durchblutung ist nicht wesentlich gestört. Dazu zählen die manuelle Lymphdrainage, Kompressionsverbände oder die intermittierende Kompression zur Komplexen Physikalischen Entstauung (KPE).

Beim Veröden (Sklerosierung) werden wiederum entweder flüssige oder mit Luft aufgeschäumte Substanzen in die Vene gespritzt, die diese dann verschließen. Das wichtigste Operationsverfahren ist die sogenannte Crossektomie, bei der die defekte Venenklappe in der Leiste oder Kniekehle verschlossen wird. Das sogenannte Stripping ist ebenfalls eine Operationstechnik, bei der die Krampfadern mit einer Sonde aus dem Bein herausgezogen werden. Verhindern kann man Krampfadern übrigens nicht. Allerdings kann man durch Abbau von Übergewicht und viel Bewegung selbst gut vorsorgen.