Kondome schützen vor Hepatitis C

Bestimmte Sexualpraktiken erhöhen das Risiko, sich mit Hepatitis C anzustecken. (Foto: Coloures-Pic / Fotolia)
Bestimmte Sexualpraktiken erhöhen das Risiko, sich mit Hepatitis C anzustecken. (Foto: Coloures-Pic / Fotolia)

(dbp/auh) Die Zahl homosexueller Männer, die an einer von Hepatitis-C-Viren verursachten Leberentzündung erkranken, nimmt zu.

Darauf macht die ärztliche „Initiative Deutschland ohne Hepatitis C“ aufmerksam, die von der Deutschen Leberhilfe unterstützt wird. Die Initiatoren wollen daran mitwirken, Hepatitis-C-Erkrankungen innerhalb einer Generation in Deutschland gänzlich zu eliminieren. „Damit verbunden wäre eine deutliche Reduktion der Neuerkrankungen beim Leberkrebs – und viel weniger Menschen als heute würden an dieser Erkrankung sterben“, so die Experten auf ihrer Internetseite www.hepatitis-c-eliminieren.de.

Nicht nur Bluttransfusionen und das Spritzen von Drogen sind mit einer erhöhten Ansteckungsgefahr für Hepatitis C verbunden, sondern auch bestimmte Sexualpraktiken, bei denen kein Kondom verwendet wird, so einer der Experten, Professor Thomas Berg, Leberspezialist am Uniklinikum Leipzig.

HIV-Patienten infizieren sich besonders oft

Insbesondere homosexuelle Patienten, die sich mit dem HI-Virus infiziert haben, erkranken immer häufiger auch an Hepatitis C. „Wahrscheinlich sind HIV‐Patienten aufgrund ihres geschwächten Immunsystems sowohl besonders gefährdet, sich anzustecken, als auch besonders infektiös, also Träger einer hohen Virenlast“, sagt Professor Berg.

Er rät allen HIV-positiven homosexuellen Männern, regelmäßig ihre Leberwerte checken zu lassen. Mit neuartigen, gut verträglichen Medikamenten, sogenannten „direct acting antivirals“, könne man die Vermehrung des Hepatitis-C-Virus unterbinden und fast alle Patienten nach wenigen Wochen heilen.