Köstliches Wildkraut

Brennnessel-Tee hat eine harntreibende Wirkung und kann dadurch z. B. bei Blasenentzündungen helfen. (Foto: Fotolia / DoraZett)
Brennnessel-Tee hat eine harntreibende Wirkung und kann dadurch z. B. bei Blasenentzündungen helfen. (Foto: Fotolia / DoraZett)

Die Brennnessel ist ein Multitalent.

(dbp/fru) Bis zu drei Meter hoch können bestimmte Brennnesselarten werden und bis zu 70 Zentimeter tief wurzeln. Wenn ihre Blätter oder der Stängel in Kontakt mit unserer Haut kommen, verursachen sie Quaddeln – genauer genommen, die vielen Härchen, die sich dort befinden und durch Ausschüttung von Ameisensäure vor Fressfeinden schützen sollen. Das war`s aber auch schon mit dem Unangenehmen. Denn die Brennnessel hat sonst sehr viele positive Eigenschaften und wird sowohl als Heilkraut als auch in der Küche sehr geschätzt.

Viel Eisen, Vitamin C und Kalzium

Vor allem die medizinische Wirkung der Brennnessel ist schon sehr lange bekannt. Ihre entzündungshemmenden Wirkstoffe können beispielsweise als Extrakt in Kapseln bei Gelenkproblemen wie Arthritis helfen. Als Tee zubereitet hat die Brennnessel eine harntreibende Wirkung und kann bei Blasenentzündungen zur Anwendung kommen. Die Durchspülung der Blase hilft dabei, Bakterien auszuscheiden. Ein Brennnessel-Tee lässt sich übrigens auch ganz einfach selbst herstellen. Dazu benötigt man lediglich getrocknetes Brennnessel-Kraut, das mit heißem Wasser aufgegossen wird. Aus Brennnessel-Wurzeln lässt sich ein Sud herstellen, der bei Prostata-Leiden empfehlenswert ist. Wenn sich im Körper durch eine eingeschränkte Herz- oder Nierenfunktion Wasseransammlungen bilden, ist von der Anwendung von Brennnessel-Produkten abzuraten.

Ansonsten ist das Heilkraut auch in vielen Kosmetikprodukten enthalten und ein hochwertiges Nahrungsmittel. Es enthält deutlich mehr Kalzium als Kuhmilch und bis zu dreimal mehr Eisen als Spinat. Auch der hohe Gehalt von Vitamin C macht die Brennnessel für die Küche interessant. Als flüssiges Endprodukt kann sie z. B. zu Saft, Suppen und Smoothies verarbeitet werden. Aber auch als Verfeinerung für Risotto, Tartes und Spätzle oder im Salat macht die Brennnessel eine gute Figur. Bei der Verarbeitung verflüchtigt sich übrigens die brennende Wirkung der Härchen. Wer da auf Nummer sicher gehen will, kann die Pflanze vor der Verarbeitung in ein Tuch wickeln und einige Male mit dem Nudelholz drüber rollen.