Körper und Geist fit halten

Wer ganz bewusst am Leben teilnimmt, aktiv bleibt und seine grauen Zellen trainiert, ist besser gegen Demenz gewappnet. (Foto: Fotolia / Racle Fotodesign)
Wer ganz bewusst am Leben teilnimmt, aktiv bleibt und seine grauen Zellen trainiert, ist besser gegen Demenz gewappnet. (Foto: Fotolia / Racle Fotodesign)

Aktiv sein hilft bei der Demenz-Prävention

Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. „Von den 60-Jährigen ist nur jeder Hundertste betroffen, von den 80-Jährigen dagegen jeder Sechste, und von den 90-Jährigen sogar nahezu jeder Zweite“, teilt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft mit. In Deutschland leben zurzeit etwa 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenz. Diese Zahl erhöht sich jedes Jahr um etwa 40.000, unter anderem auch weil die Lebenserwartung immer weiter steigt. Ein Großteil aller Demenzen wird durch Krankheiten des Gehirns hervorgerufen, bei denen aus teilweise noch unbekannten Gründen Nervenzellen allmählich verloren gehen.

Frauen häufiger als Männer betroffen

Alzheimer und Demenz werden häufig als Synonym verwendet. Dabei ist Alzheimer nur eine von vielen Demenzerkrankungen. Allerdings tritt sie am häufigsten auf: circa 60 bis 70 Prozent aller Demenzerkrankten haben Alzheimer. „Demenz ist ein Oberbegriff für mehr als 50 Krankheitsformen. Sie verlaufen unterschiedlich, führen alle jedoch langfristig zum Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit“, wird auf dem Portal www.wegweiser-demenz.de des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erklärt. Statistisch gesehen trifft es Frauen häufiger als Männer. Mehr gefährdet als andere sind außerdem alle, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, bei denen Risikofaktoren für Herz- und Gefäßerkrankungen vorliegen (z. B. Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht) oder deren Verwandte ersten Grades eine Demenz hatten.

Auch Stress oder ein schlechtes Gewissen wirken sich negativ aus. Die Bewältigung von Problemen spielt eine entscheidende Rolle in Bezug auf das Risiko einer Demenz. Wie stark die Psyche beteiligt ist, zeigt die Tatsache, dass bei vielen Demenz-Patienten eine depressive Verstimmung am Beginn der Erkrankung steht. Die Betroffenen bekommen anfangs sehr genau mit, dass etwas mit ihnen nicht stimmt und dass sie zunehmend Fähigkeiten verlieren, die ihnen früher selbstverständlich waren. Das führt zu Angst, Unsicherheit und emotionalen Problemen.

Aktivität auf allen Ebenen

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Zur Vorbeugung kann jeder selbst etwas tun. Aktiv sein und aktiv bleiben – und zwar auf allen Ebenen – heißt das Motto. Denn nicht nur körperliche Aspekte spielen für das Krankheitsgeschehen eine Rolle. Eine geringe psychosoziale Betätigung und zu wenig geistige Aktivität gelten ebenfalls als Risikofaktoren für eine Demenz. Wer also ganz bewusst am Leben teilnimmt und seine grauen Zellen trainiert, ist besser gewappnet. Spätestens ab 50 sollte man damit beginnen, seine Neugier ganzheitlich zu pflegen.

Aber auch eine abwechslungsreiche Ernährung, regelmäßige körperliche Betätigung und die Pflege sozialer Kontakte tragen zur Minderung des Demenz-Risikos bei. Dreitausend bis fünftausend Schritte am Tag gehen, viel Obst und Gemüse essen, sich mit den Enkeln und der Familie befassen, Gesellschaftsspiele spielen oder Zeitung lesen sind nur einige Empfehlungen, die von Experten ausgesprochen werden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend empfiehlt auch, einem Ehrenamt nachzugehen. Durch diese Aufgaben trete man in Kontakt mit anderen Menschen, lerne Neues kennen und gehe einer sinnstiftenden und befriedigenden Arbeit nach, was ebenfalls zu einer psychischen Befriedigung führen kann.