Kleine Verbrennungen rasch kühlen

Wenn Krabbelkinder die Welt erkunden, kann es zu Verbrennungsunfällen kommen. (Foto: Martinan / Fotolia)
Wenn Krabbelkinder die Welt erkunden, kann es zu Verbrennungsunfällen kommen. (Foto: Martinan / Fotolia)

Tipps für Soforthilfe bei Brandverletzungen von Kindern im Haushalt

(dbp/auh) Mit der Adventszeit verbinden die meisten Menschen angenehme Dinge wie gemeinsames Plätzchenbacken mit den Kindern oder ruhige Abende am Kamin mit einem Glas Tee. Doch auch in der besinnlichen Zeit geht es manchmal hektisch zu. Und selbst bei allergrößter Vorsicht kann es passieren, dass sich ein Kind verbrennt oder verbrüht. Wichtig ist, dass Eltern im Fall des Falles nicht panisch reagieren, sondern genau wissen, was zu tun ist.

„Paulinchen“ will aufklären

„Aufgepasst mit heißen Flüssigkeiten!“, so lautet in diesem Jahr das Thema der bundesweiten Aktion „Tag des brandverletzten Kindes“ am 7. Dezember. Veranstalter ist der Verein „Paulinchen“ mit Sitz in Norderstedt, der 1993 von zwei Müttern gegründet wurde. Dr. Gabriela Scheler und Adelheid Gottwald hatten die Erfahrung gemacht, dass ihre brandverletzten Kinder erst durch Zufall in die Behandlung von spezialisierten Ärzten kamen. Um anderen Eltern und Kindern eine bessere Versorgung zu ermöglichen, bietet der Verein unter www.paulinchen.de auch Fachinformationen zum Thema „thermischen Verletzungen im Kindesalter“ für Ärzte und Pflegepersonal.

Der „Tag des brandverletzten Kindes“ dient hauptsächlich der Prävention durch Aufklärung. Das Ziel: „Auf Gefahrenquellen aufmerksam machen und zeigen, wie wichtig es ist, dass Eltern sich die Gefahren im häuslichen Umfeld bewusst machen.“

Die Fakten: Jedes Jahr werden allein in Deutschland mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche mit thermischen Verletzungen ärztlich versorgt. Bei Kindern unter fünf Jahren ist eine Verbrühung in etwa 80 Prozent der Fälle die Unfallursache. Experten schätzen, dass durch Prävention 60 Prozent aller Unfälle vermieden werden könnten.

Tipps zur Vorbeugung: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt in ihrem Portal www.kindergesundheit-info.de Tipps zur Vorbeugung von Verbrühungen:

• Die Heißwassertemperatur des Boilers auf maximal 50 Grad Celsius einstellen, im Bad feststellbare Wasserregler auf maximal 38 Grad fixieren.

• Gefäße mit heißer Flüssigkeit wie Kaffee, Kakao, Tee oder Suppe immer weit entfernt vom Tischrand abstellen, keine Tischdecken verwenden.

• Nichts Heißes trinken oder essen, während das Kleinkind auf dem Schoß sitzt.

• Töpfe und Pfannen immer mit dem Griff nach hinten auf den Herd stellen und Herdschutzgitter anbringen.

• Brennendes Fett in der Pfanne nie mit Wasser zu löschen versuchen, immer nur ersticken (mit einem Deckel).

• Bei Wasserkochern keine Kabel herabhängen lassen.

• Bügeleisen nach dem Bügeln an einem hoch gelegenen Ort auskühlen lassen.

• Getränke und Nahrungsmittel aus der Mikrowelle stets gut umrühren und die Temperatur vor dem Füttern prüfen.

Was tun, wenn’s doch passiert?

Bei einer kleinflächigen Verbrennung oder Verbrühung soll laut Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die betroffene Stelle sofort gekühlt werden. Am besten mindestens zehn Minuten lang unter kaltes Wasser halten. Das Wasser sollte etwa 15 Grad haben. Kein Eis oder Eiswasser nehmen, da die starke Abkühlung anschließend zu einer stärkeren Durchblutung und noch mehr Schmerzen führt.

Bei großflächigen Verbrennungen rät die BZgA: Nicht kühlen, sondern die betroffenen Körperteile mit einem keimfreien Verbandtuch aus dem Verbandkasten locker und ohne Druck abdecken, sogleich den Rettungsdienst unter Telefon 112 alarmieren.

Auf keinen Fall darf die verbrannte oder verbrühte Haut mit irgendwelchen Mittelchen behandelt werden. Weder Mehl noch Puder oder Brandsalben auftragen.

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