Kinder bei Vergiftung nicht erbrechen lassen

Interessante Tuben und bunte Fläschchen: Im Putzschrank zuhause gibt es viele Dinge, die für Kinder gefährlich werden können. (Foto: shocky/Fotolia)
Interessante Tuben und bunte Fläschchen: Im Putzschrank zuhause gibt es viele Dinge, die für Kinder gefährlich werden können. (Foto: shocky/Fotolia)

(dbp/spo) Limofarbene Putzmittel, Tabletten, die wie süße Drops aussehen, und Spülmaschinentabs, die Brausebonbons ähneln: Im Haushalt finden sich für kleine Kinder viele spannende Dinge, die mit dem Mund erkundet werden wollen.

Gerade die Buntesten sind oft die Gefährlichsten.

Um den Nachwuchs zu schützen, sollten Eltern Medikamente, Putz- und Pflanzenschutzmittel sowie alles, was nicht in Kontakt mit Haut, Augen und Magen kommen sollte, an kindersicheren Orten aufbewahren.

Kommt es trotzdem zur Vergiftung, rät der Sprecher der nordrheinischen Kinder- und Jugendärzte, Dr. Hermann Josef Kahl, die Nummer der Bonner Giftzentrale zu wählen. Unter 0228-19240 stehen hier rund um die Uhr Ärzte als Ansprechpartner zur Verfügung. Um Verhaltenstipps für den Notfall zu bekommen, sollten Anrufer das genaue Alter des Kindes und die Menge und Art des giftigen Stoffes nennen können, mit dem es Kontakt hatte.

Kleine Schlucke Wasser trinken

Nach Rücksprache mit der Giftzentrale oder dem Kinderarzt können Eltern den Kindern, die einen gefährlichen Stoff getrunken haben, in kleinen Schlucken Wasser oder Tee zum Trinken geben. Das ist besonders wichtig, um Säuren oder Laugen im Körper zu verdünnen. Zum Erbrechen bringen sollte man das Kind auf keinen Fall, sagt Dr. Kahl. Auch Milch ist die falsche Wahl, denn sie könne in vielen Fällen die Aufnahme des Giftes durch den Darm beschleunigen.

Sind Augen oder Haut verätzt, sollten sie unter kaltem fließendem Wasser gründlich gespült werden. Wird das Kind bewusstlos, muss es sofort in die Notaufnahme gebracht werden. Dorthin sollten die Eltern dann die giftige Substanz oder ihre Verpackung mitnehmen.