Keuchhusten ist kein Kinderspiel

Ist Oma gegen Keuchhusten geimpft? (Foto: Hubertus Blume / Fotolia)
Ist Oma gegen Keuchhusten geimpft? (Foto: Hubertus Blume / Fotolia)

Erwachsene mit Kontakt zu Säuglingen müssen auf ihren Pertussis-Impfschutz achten

(dbp/htr) Keuchhusten (Pertussis) gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten im Säuglingsalter. Eine große Ansteckungsgefahr geht von unerkannten Keuchhusten-Erkrankungen bei Eltern oder anderen Kontaktpersonen aus.

Derzeit gibt es in den USA mit rund 30.000 Patienten die höchste Zahl von Keuchhusten-Kranken seit 50 Jahren, meldet das Ärztemagazin www.impfbrief.de. Auch aus Großbritannien wird seit vergangenem Jahr über große Ausbrüche berichtet. Bis zum Juli 2012 erkrankten rund 3.500 Personen, hauptsächlich Jugendliche und Erwachsene allein in England und Wales, außerdem starben sechs Säuglinge und Kleinkinder an der Infektion.

Komplikationen bei älteren Patienten

Kleinere und größere Pertussis-Ausbrüche kommen wellenartig alle drei bis vier Jahre vor. Allerdings sind in den vergangenen Jahren immer häufiger Jugendliche und Erwachsene betroffen. Diese Entwicklung wird auch in Deutschland beobachtet. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts waren 1995 die Keuchhusten-Patienten im Durchschnitt rund 15 Jahre alt, 2008 war das Durchschnittsalter circa 42 Jahre. Über-50-Jährige erkranken deutlich häufiger und haben zudem ein höheres Risiko, Komplikationen zu erleiden als jüngere Erwachsene.

Im Durchschnitt 48 Tage lang leiden erwachsene Keuchhusten-Patienten unter quälendem, meist nächtlichem Husten. Die starken Hustenanfälle können zu Komplikationen führen, darunter Rippenbrüche und Ohnmachtsanfällen (jeweils zwei Prozent) und Harninkontinenz (vier Prozent). Harninkontinenz trifft gut ein Drittel aller Patienten jenseits der 50, fast ausschließlich Frauen. Lungenentzündungen durch Keuchhusten sind bei Über-50-Jährigen etwa doppelt so häufig wie bei jüngeren Erwachsenen.

Kontaktpersonen sollen geimpft sein

Da Erwachsene oft nicht wissen, dass sie gerade mit Keuchhusten infiziert sind, sind sie die häufigste Infektionsquelle für ihre Kinder oder Enkel. Vor großen Familientreffen, zum Beispiel zu Weihnachten, sollten alle Verwandten daran denken. Ein Säugling kommt immer ohne Keuchhusten-Schutz zur Welt. Enge Kontaktpersonen eines Säuglings, die in den zurückliegenden zehn Jahren nicht dagegen geimpft wurden, sollten möglichst vier Wochen vor der Geburt eines Kindes eine Keuchhusten-Impfung erhalten. Das gilt nicht für die Mutter, denn in der Schwangerschaft darf keine Pertussis-Impfung erfolgen. Wurde die Impfung vor der Empfängnis versäumt, sollte in den ersten Tagen nach der Geburt des Kindes geimpft werden. Das Baby selbst wird erst geimpft, wenn es acht Wochen alt ist.

Zusätzlich soll seit Juli 2009 jeder Erwachsene in Deutschland seine nächste Auffrischimpfung gegen Tetanus und Diphtherie einmalig zusammen mit einer Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) erhalten. Der Impfschutz gegen Tetanus und Diphtherie muss im Erwachsenenalter alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Eine fällige Auffrischimpfung kann in einer Spritze zusammen mit der Keuchhusten-Impfung gegeben werden. Pertussis-Impfstoff ist einzeln nicht erhältlich.

Der britische Hausarzt Dr. Doug Jenkinson hat auf seiner Internetseite www.whoopingcough.net Hörbeispiele und Videos von Kindern gesammelt, die an Keuchhusten erkrankt sind. www.whoopingcough.net/cough-child-muchwhooping.wav www.whoopingcough.net/images/videochildwhoop3.wmv

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