Keine Scham bei nackten Füßen

Wer Socken in Sandalen trägt, weil er sich für seine Füße schämt, sollte lieber zur Fußpflege gehen. (Foto: G.G. Lattek / Fotolia)
Wer Socken in Sandalen trägt, weil er sich für seine Füße schämt, sollte lieber zur Fußpflege gehen. (Foto: G.G. Lattek / Fotolia)

Lieber zum Podologen als nie wieder barfuß

(dbp/mhk) Kein Schwimmbad, keine Sauna, weder Sandalen noch Flipflops im Sommer und nur mit Socken ins Bett? „Zeigt her Eure Füße“ – für viele Menschen ein Gräuel. Mit starker Hornhaut, Schweißfüßen, Warzen oder eingewachsenen Zehennägel ist es ihnen unangenehm, zur Fußpflege zu gehen. Jeder dritte Deutsche hat einen Fuß- oder Nagelpilz, der unbedingt behandelt werden sollte. Doch Pilzbefall an den Füßen ist nach wie vor ein Tabuthema, für 40 Prozent der Deutschen sogar „besonders peinlich“.

„Schämen muss sich bei mir keiner“, versichert Andreas Sanders, Vorsitzender des Deutschen Podologen Verbandes (DPV). Probleme mit ihren Füßen haben oft auch Menschen mit Übergewicht, Rheuma oder Venenerkrankungen. Fehlbelastungen durch Fuß- oder Zehenfehlstellungen oder durch zu enge Schuhe verursachen Druckstellen, Hornhautbildung, Hühneraugen, Blasen oder Schmerzen. Die Ursachen ließen sich oft einfach abstellen, dennoch meiden viele den Gang zum Podologen. „Ohne fachgerechte Behandlung kann das mitunter schlimme Folgen haben“, so der Experte. Bei einer Nagelmykose können schlimmstenfalls Bakterien (Streptokokken) in die Haut eindringen, sich dort vermehren und eine Wundrose mit entzündeter Haut, hohem Fieber und Schüttelfrost verursachen. Besonders Männer scheuen sich: „Männliche Patienten, die aus reiner Vorsorge kommen, sind selten“, bestätigt Sanders.

Medizinisches Fachwissen beim Podologen

Während sich der kosmetische Fußpfleger hauptsächlich Wohlbefinden, Schönheit oder Verzierung widmet, sorgt sich der Podologe vor allem um die Gesundheit der Füße. Erst nach zweijähriger Ausbildung und staatlicher Prüfung verfügt der medizinische Fußpfleger „über fundiertes medizinisches Fachwissen, hat meist sofort problemgerechte Lösungen und kennt sich mit Füßen oft besser aus als der Arzt“, so Sanders. In Zusammenarbeit mit Arzt, Fußambulanz, Orthopädie-Schuhmachern und Krankengymnasten berät und betreut er seine Kunden kompetent: Bereits kleinste Veränderungen können rechtzeitig erkannt und Fußprobleme beseitigt oder gemildert werden.

Falsche Selbstbehandlung kann schaden

„Leider wagen viele Menschen allenfalls den Gang in die Apotheke“, so Sanders. Dort erhalten sie rezeptfrei und ohne unangenehme Fragen Antipilzlack, Salben oder Puder. Doch falsche Scham sollte den Beginn einer fachgerechten Nagelpilzbehandlung nicht verhindern. „Vor- und Selbstbehandlungen bei Pilz machen den Nagel oft mehr kaputt als sie helfen“, warnt Sanders. Der Podologe jedoch könne den Pilzbefall sicher behandeln und häufig den Nagel retten. Ähnliches bei Hornhautentfernung: Das Risiko einer Verletzung durch falsches Werkzeug, zum Beispiel zu scharfe Hornhautraspel oder –hobel, ist groß. „Ich kann nur dazu raten, sich einem Podologen oder Fußpfleger anzuvertrauen, denn ein Probieren mit vielen, zumeist teuren Produkten kann manchmal auch schaden.“ Zudem gibt es in einer Fußpflegepraxis ganz andere Möglichkeiten und Auflagen, Geräte und Hilfsmittel keimfrei zu machen.

Die Investition in eine Behandlung beim Podologen lohne sich immer. „Sie beugt Hornhaut, eingewachsenen Nägeln und anderen unangenehmen Begleiterscheinungen am Fuß vor. Lästige Schwielen, Hühneraugen und die Hornhaut können entfernt sowie Erkrankungen am Fuß sofort erkannt und behandelt werden“. Auch Schuhe und vorhandene Einlagen werden inspiziert. Und Männerfüße haben ebenso Pflege verdient, Pediküre sei definitiv nicht unmännlich. „Und bei Gefährdung ist der Podologe nun mal die erste Adresse“, sagt Sanders.

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