Keine Angst vor der Angst

Angst vor Spinnen (Arachnophobie) gehört zu den "spezifischen Phobien". (Foto: Bilderbox)
Angst vor Spinnen (Arachnophobie) gehört zu den "spezifischen Phobien". (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Angsterkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.

Wer sich frühzeitig in Therapie begibt, hat aber gute Chancen, sie vollständig zu überwinden. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) auf ihrer Internetseite www.psychiater-im-netz.org mit.

Die DGPPN möchte sensibilisieren. Denn oft werden erst die körperlichen Symptome einer Angsterkrankung – Herzrasen oder Schwindel – gesehen und behandelt, der eigentliche Grund bleibe im Verborgenen.

Übertriebene Ängste können den Alltag von Betroffenen erheblich einschränken. Oft bringt die Krankheit Probleme im Beruf, in der Familie und im Freundeskreis mit sich. Die Patienten können häufig weder Ein- noch Durchschlafen, leiden unter mangelndem Selbstbewusstsein und unter dem Gefühl des Ausgeliefertseins. Um die Krankheit zu behandeln, stehen psychotherapeutische Verfahren und Medikamente zur Verfügung. „Im Zentrum einer Verhaltenstherapie steht zum einen, die Angst zu reduzieren“, sagt Prof. Dr. Borwin Bandelow von der DGPPN. Gleichzeitig erlernen die Patienten Strategien, die ihnen helfen, besser mit der Angst umzugehen.

Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann sie chronisch werden. „Die Angst vor der Angst wird dann zum alles beherrschenden Thema“, sagt der Experte. Die Folgen: Die Lebensfreude nimmt ab, die Betroffenen ziehen sich fast gänzlich zurück. Das wiederum kann Depressionen oder Suchterkrankungen hervorrufen.