Kein Sexverbot für Herzpatienten

Herzpatienten müssen keine Angst davor haben, beim Sex einen Infarkt zu bekommen, sagt eine aktuelle Studie. (Foto: JPC-PROD / Fotolia)
Herzpatienten müssen keine Angst davor haben, beim Sex einen Infarkt zu bekommen, sagt eine aktuelle Studie. (Foto: JPC-PROD / Fotolia)

(dbp/auh) Patienten mit Herzerkrankungen haben oft die Befürchtung, dass Geschlechtsverkehr einen Herzinfarkt auslösen könnte.

Die behandelnden Ärzte sind auch keine große Hilfe bei diesem Thema, denn sie haben bislang keine gesicherten Daten über mögliche Gefahren von sexueller Aktivität. „Weniger als die Hälfte der Männer und weniger als ein Drittel der Frauen, die einen Herzinfarkt erlitten haben, erhalten ausreichende Informationen darüber, ob sie weiterhin sexuell aktiv sein können“, bedauert der Epidemiologe Professor Dietrich Rothenbacher von der Universität Ulm.

Gemeinsam mit dem Kardiologen Professor Wolfgang Koenig von der Uniklinik Ulm konnte er nun in einer Langzeitstudie nachweisen, dass Sex in den seltensten Fällen einen Herzinfarkt verursacht und auch kein Risiko für einen Zweitinfarkt darstellt. „Es ist wichtig, dass den Patienten versichert werden kann, dass sie sich nicht sorgen oder ihr gewohntes Sexualleben einschränken müssen“, erklärt Rothenbacher.

Andere gefährliche Faktoren beachten

Auch wenn sexuelle Aktivität für sich genommen keinen potenziellen Auslöser für einen Herzinfarkt darstellt, so tragen andere Faktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel oder Bluthochdruck zu einem erhöhten Risiko bei. Außerdem sollten Patienten darüber informiert werden, dass Herzmedikamente wie Beta-Blocker und Diuretika als Nebenwirkung Erektionsstörungen hervorrufen können.

Nehmen Betroffene wegen ihrer Herzbeschwerden zusätzlich Nitrate ein und möchten dann mit der Hilfe von Potenzmitteln den Erektionsstörungen entgegenwirken, kann dies einen plötzlichen Blutdruckabfall verursachen, der möglicherweise bis zur Bewusstlosigkeit führt.