Kein Gipfelverbot für Herzpatienten

Bergtouren sind für Herzpatienten nicht prinzipiell tabu. (Foto: Bilderbox)
Bergtouren sind für Herzpatienten nicht prinzipiell tabu. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen müssen nicht auf ausgiebige Bergtouren verzichten.

Das hat der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) auf seiner Internetseite www.internisten-im-netz.de bekannt gegeben. Ausnahmen bestünden nur für Betroffene mit Herzschwäche, Rhythmusstörungen oder ernsten Erkrankungen der Lunge.

Hintergrund ist, dass das Herz in der Höhe mehr arbeiten muss, um bei weniger Sauerstoffgehalt in der Luft trotzdem ausreichende Mengen des benötigten Gases durch den Körper zu pumpen. Das könne zu einer Überanstrengung des Herzmuskels führen. Nichtsdestotrotz sei der Aufenthalt in den Bergen auch in Höhen ab 2.500 Metern nicht verboten, wenn Herz-Kreislauf-Patienten sich an ein paar ärztliche Ratschläge hielten. „Wichtig ist es, sich nach Ankunft in den Bergen gut zu akklimatisieren und körperliche Anstrengungen die ersten drei bis fünf Tage zu vermeiden“, sagt Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des BNK. Der Grund: In dieser Zeit bildet der Körper mehr rote Blutkörperchen. Und weil diese dafür verantwortlich sind, den Sauerstoff im Blut zu transportieren, entlasten sie gleichzeitig das Herz.

Ein weiterer Tipp ist, die Berge stets langsam zu erklimmen und keinesfalls auftretende Beschwerden zu ignorieren. „Bei Atemnot, Schwächegefühl oder Schwindel eine Pause einlegen und lieber die Tour abbrechen“, so der Arzt. Er rät außerdem, sich vor dem Urlaub beraten zu lassen, was im Fall der Fälle zu tun sei. Das verschaffe Sicherheit.