Karten spielen mit dem Pflegedienst

Ein Teil des Geldes, das Pflegebedürftigen aus der Pflegeversicherung zusteht, kann für die betreute Freizeitgestaltung verwendet werden – zum Beispiel Gesellschaftsspiele. (Foto: R. Kneschke / Fotolia)
Ein Teil des Geldes, das Pflegebedürftigen aus der Pflegeversicherung zusteht, kann für die betreute Freizeitgestaltung verwendet werden – zum Beispiel Gesellschaftsspiele. (Foto: R. Kneschke / Fotolia)

Für die Freizeitbetreuung von Pflegebedürftigen gibt es Geld von der Pflegekasse.

(dbp/spo) Die Pflege eines Angehörigen kann schnell zum 24-Stunden-Job werden. Vielen Pflegenden fehlt die Zeit oder die Kraft, um sich neben pflegerischen Dingen und dem Haushalt auch noch angemessen mit dem Pflegebedürftigen zu beschäftigen. Wer es geschickt anstellt, kann sich dafür professionelle Hilfe holen und diese zumindest zum Teil von der Pflegekasse bezahlen lassen.

Welche Leistungen gibt es?

Jeder Pflegebedürftige mit einer Pflegestufe (0 bis 3) hat Anspruch auf Zuschüsse für ambulante Sachleistungen. Dafür wird in der Regel ein Pflegedienst beauftragt. Das Geld muss aber nicht nur für die Grundpflege, also etwa das Waschen oder Anziehen, verwendet werden: 40 Prozent davon dürfen die Pflegebedürftigen für häusliche Betreuungsleistungen ausgeben. Also zum Beispiel für gemeinsame Spaziergänge und Gesellschaftsspiele, Vorlesen, das Anschauen von Fotos, Ausflüge oder den begleiteten Gang zum Friedhof. Oder auch für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Putzen, Wäsche waschen, Einkaufen. Diese Services können beim Pflegedienst oder bei anderen von der Pflegekasse anerkannten Anbietern gebucht werden.

Und es gibt noch etwas: die zusätzlichen Betreuungsleistungen, auch Betreuungsbetrag genannt. Alle Pflegebedürftigen haben Anspruch auf diese 104 Euro im Monat (bei Härtefällen 208 Euro).

Wofür darf der Betreuungsbetrag verwendet werden?

Der Betreuungsbetrag kann für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote genutzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Gruppen für Demenzkranke, Helferkreise zur stundenweisen Entlastung der Angehörigen, Einzelbetreuung durch anerkannte Helfer oder familienentlastende Dienste. Letztere übernehmen nach Absprache die Freizeitbetreuung der Pflegebedürftigen, begleiten auch mal zu Arzt- oder Behördenterminen und beraten die Pflegenden über weitere Angebote und Möglichkeiten zur Entlastung.

Zudem können Betreuer im Rahmen der Nachbarschaftshilfe mit dem Betreuungsbetrag bezahlt werden – vorausgesetzt, sie haben einen Pflegekurs besucht. Darüber hinaus kann er helfen, die Kosten für eine Tages- oder Nachtpflege zu decken. Auch für Betreuungsleistungen von Pflegediensten darf er – zusätzlich zu den ambulanten Sachleistungen – verwendet werden.

Umgekehrt dürfen nicht ausgeschöpfte ambulante Sachleistungen auch für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote genutzt werden. Hier gilt wieder die Obergrenze: bis zu 40 Prozent.

Wo gibt es weitere Informationen?

Welche konkreten Angebote und Dienstleister es in der Region gibt, weiß die zuständige Pflegekasse oder der Pflegestützpunkt. Bevor ein Service gebucht wird, ist es ratsam, mit der Pflegekasse abzusprechen, ob sie das Angebot als zuschusswürdig anerkennt.

Und übrigens: Wer die zusätzlichen Betreuungsleistungen nicht ganz ausschöpft, kann die nicht verbrauchten Beträge sammeln und laut Bundesgesundheitsministerium ins darauffolgende Kalenderhalbjahr mitnehmen.