Kann Stress Alzheimer fördern?

Alzheimer ist auch für Wissenschaftler ein Rätsel. (Foto: Angela Parszyk / Pixelio)
Alzheimer ist auch für Wissenschaftler ein Rätsel. (Foto: Angela Parszyk / Pixelio)

(dbp/spo) Emotionaler Stress, Trauer und große Sorgen könnten mitverantwortlich für die Entstehung einer Alzheimer-Erkrankung sein.

Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie aus Buenos Aires.

Dabei hatte das Team um den argentinischen Forscher Dr. Edgardo Reich 118 Alzheimer-Patienten, die im Durchschnitt 73 Jahre alt waren, nach ihrer Lebenssituation in den drei Jahren vor der Diagnose befragt. Gleichzeitig wurden 81 gesunde Patienten als Vergleichsgruppe untersucht.

Viele litten unter dem Tod geliebter Menschen

„Fast drei von vier Alzheimer-Patienten (72 Prozent) hatten in den zwei Jahren vor dem Auftreten von Symptomen unter schwerem emotionalen Stress, Trauer und Sorgen gelitten – dreimal so viele wie in der Kontrollgruppe, wo das nur auf 26 Prozent zutraf“, sagte Reich beim Weltkongress für Neurologie, wo er seine Studie vorgestellt hatte. Am häufigsten belasteten der Tod eines Partners oder Kindes sowie Gewalterfahrungen die Patienten. Aber auch finanzielle Probleme, die Diagnose einer schweren Krankheit bei Angehörigen und Integrationsprobleme bei Migranten wurden genannt.

Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen emotionalem Stress und den ersten Symptomen einer Alzheimer-Erkrankung gibt – wenngleich unwahrscheinlich ist, ob Stress die Krankheit tatsächlich alleinig auslösen kann, so Dr. Reich. Allerdings gebe es wissenschaftliche Belege, dass Stress degenerative Prozesse im Gehirn verursachen kann.