Kalte Güsse spenden frische Energie

Frische-Kick für Kopf und Haut: Der Kneipp’sche Gesichtsguss. (Foto: Kneipp-Bund e.V.)
Frische-Kick für Kopf und Haut: Der Kneipp’sche Gesichtsguss. (Foto: Kneipp-Bund e.V.)

Manche Kneipp-Anwendungen lassen sich ganz einfach zu Hause nachmachen

(dbp/spo) Müde, erschöpft, abgespannt? Dagegen gibt es Mittel und Wege, etwa die bewährten Anwendungen nach Pfarrer Sebastian Kneipp. Der Frische-Kick für zu Hause muss dabei weder viel Zeit noch viel Geld kosten.

Das kalte Armbad zum Beispiel ist ein einfacher Muntermacher für jeden Tag, der effektiv gegen Müdigkeit und Erschöpfung wirkt. Der Kneipp-Bund nennt es nicht umsonst die „Tasse Kaffee der Naturheilkunde“.

Dazu ein Waschbecken oder eine kleine Wanne mit kaltem Wasser füllen. Die Arme bis zur Mitte des Oberarms hineintauchen und etwa 30 Sekunden im Wasser lassen. Dann herausnehmen und das Wasser nur mit den Händen abstreifen, nicht abtrocknen. Kalter Guss, schöner Teint

Ebenfalls bei Erschöpfung, aber auch bei Kopfweh ist der Gesichtsguss empfehlenswert. Wer ihn regelmäßig anwendet, dem verspricht der Kneipp-Bund auch ein Plus für die Schönheit: einen Teint, der sich straffer anfühlt und strahlender wirkt.

Das Ganze funktioniert mit einem Kneipp-Aufsatz für den Duschkopf oder, indem man den Duschkopf abschraubt. Dann die Wassertemperatur kühl bis kalt einstellen und den Strahl von der rechten Schläfe über die Stirn bis zur linken Schläfe führen. Danach die rechte Gesichtshälfte mit drei senkrechten „Strichen“ begießen, dasselbe links. Jetzt das Gesicht mit dem Wasserstrahl dreimal umkreisen. Wichtig: Während des Gusses normal weiteratmen! Anschließend das Gesicht leicht abtupfen.

Training für die Venen

Eine kleine Wellnesskur für die Gefäße in den Beinen ist der wechselwarme Schenkelguss. Besonders nach einem langen Tag und bei müde gelaufenen Beinen sorgt er für Erfrischung, lockert die Beinmuskulatur und hilft den Venenpumpen bei ihrer Arbeit.

Auch der Schenkelguss kann problemlos unter der Dusche durchgeführt werden. Dazu den Duschkopf abschrauben oder ein Kneipp-Gießrohr als Duschaufsatz verwenden. Beginnen sollte man mit angenehm warmem Wasser. Den Wasserstrahl von der Außenseite des rechten Fußes bis hoch zur Hüfte führen, dort kurz innehalten und dann an der Beininnenseite wieder abwärts. Dasselbe am linken Bein wiederholen. Anschließend das Wasser kühl bis kalt stellen und die Prozedur erneut durchführen. Der Kneipp-Bund empfiehlt drei Warm-Kalt-Durchläufe, am Ende auch die Fußsohlen abgießen.

Morgens schnell fit werden

Typische Morgenmuffel, die sich nach dem Aufstehen schnell auf Touren bringen wollen, können das Tautreten testen. Es stärkt laut Kneipp-Bund Venen und Durchblutung und bei regelmäßiger Anwendung auch die Widerstandsfähigkeit gegen Infekte. Oft wirkt es zudem gegen Schweißfüße.

Dazu einfach morgens ein paar Minuten barfuß durchs taufeuchte Gras laufen. Wer ein schneidendes Kältegefühl an den Füßen fühlt, sollte sofort aufhören. Danach die Füße mit dicken Socken wieder erwärmen. Abgehärtete oder Menschen, die zu heißen Füßen neigen, können im Winter sogar kurz Schneetreten. Eine Alternative: Den nackten Fuß mit etwas Schnee einreiben und gleich danach warm einpacken.

Wichtig: Bei allen Kälte-Anwendungen sollte man vermeiden, dass die entsprechenden Körperteile komplett auskühlen! Deshalb nach der Anwendung für Wärme sorgen – sei es durch Kleidung oder Bewegung.