Kaffeegenuss kein Risiko für Schlaganfall

Kaffee schadet Herz und Gefäßen nicht. (Foto: amenic181)
Kaffee schadet Herz und Gefäßen nicht. (Foto: amenic181)

(dbp/auh) Menschen mit einem moderaten Kaffeekonsum (drei bis fünf Tassen täglich) haben ein niedrigeres Schlaganfallrisiko als Kaffee-Abstinenzler.

Erst ab einer Menge von neun bis zehn Tassen am Tag wird es langsam wieder gefährlich für Herz, Kreislauf und Gefäße.

„Nach jahrzehntelanger Diskussion und Verunsicherung ist dies sicher eine gute Nachricht für unsere Patienten“, sagt Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. „Kaffee ist – in Maßen genossen – kein Risikofaktor für den Schlaganfall. Wir raten den Menschen, lieber auf den Blutdruck zu achten, sich zu bewegen und nicht zu rauchen.“

Der Neurologe verweist auf eine Metastudie von Wissenschaftlern der Universitäten Harvard (USA) und Singapur, die den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforscht haben. Dabei fand man das geringste Risiko bei einem mäßigen Kaffeegenuss von drei bis fünf Tassen täglich. Aber auch Menschen, die bis zu sieben Tassen Kaffee tranken, erlitten im Durchschnitt weniger Schlaganfälle, Herzinfarkte und andere Herzleiden als diejenigen, die gar keinen Kaffee tranken.

„Die meisten Menschen brauchen sich also keine Sorgen zu machen, lediglich etwa in der Schwangerschaft und bei schwer einstellbarem hohen Blutdruck ist Zurückhaltung angebracht“, so Professor Diener.

Die Frage, ob zu viel Kaffee für das Herz schlecht ist, beschäftigt Wissenschaftler schon seit mindestens einem halben Jahrhundert. Sie zeigten, dass Koffein kurzfristig den Herzrhythmus stören und den Blutdruck erhöhen kann. Viele Vergleichsstudien, bei denen man rückblickend den Kaffeekonsum von Herzkranken mit dem Gesunder verglichen hatte, schienen auf ein erhöhtes Risiko hinzuweisen. Allerdings gilt diese Art der Betrachtung in der Forschung als weniger zuverlässig gegenüber vorausschauenden (prospektiven) Studien, wie sie in der aktuellen Untersuchung zusammengefasst wurden.