Kälte ist kein Grund zum Faulenzen

Wer regelmäßig joggt, muss auch im Winter keine Pause machen. (Foto: lightpoet / Fotolia)
Wer regelmäßig joggt, muss auch im Winter keine Pause machen. (Foto: lightpoet / Fotolia)

Auch im Winter kann man joggen, schwimmen und im Fitnessstudio die Muskeln trainieren

(dbp/auh) Für Sport ist es in unseren Breiten eigentlich nie zu kalt. Sportarten wie Joggen oder Nordic Walking können mit angemessener Kleidung auch im Winter ausgeübt werden. Darauf weisen die deutschen Sportmediziner hin, die sich in der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) organisiert haben.

Und wenn die Temperaturen doch zu tief sinken, der Wind zu eisig bläst oder der Schnee zu hoch liegt, dann sind das wohltemperierte Hallenbad oder das Fitnessstudio angenehme Alternativen. Zu teuer? Kein Problem! Gymnastik, Balance-Übungen und Muskeltraining mit Hanteln oder Theraband kann man gut zu Hause machen. Das ist übrigens eine gute Idee nicht nur für Sparfüchse, sondern auch für Ungeübte. Denn Anfänger sollten nicht unbedingt bei Minustemperaturen mit dem Joggen beginnen.

Kleiden nach dem Zwiebelprinzip

Wer aber das ganze Jahr über kontinuierlich trainiert hat, muss auch bei niedrigen Temperaturen auf seinen gewohnten Freiluftsport nicht verzichten. Die Tipps der DGSP: Sich nach dem Zwiebelprinzip kleiden, zum Beispiel mehrere Sporthemden oder T-Shirts übereinander, eine winddichte Jacke und eine lange warme Sporthose anziehen. Eine Mütze, Handschuhe und eventuell noch ein Schal komplettieren den Wintersport-Dress. Sogenannte Trail-Schuhe mit Profil verringern die Rutschgefahr bei Schnee und Glätte.

Sorgfältiges Aufwärmen ist auch für alte Hasen wichtig. Etwa fünf bis zehn Minuten langsames Laufen, dann erst zum gewohnten Tempo finden, lautet der Rat der Sportmediziner. Nach Ansicht der Experten kann Walking genauso gesund sein wie Joggen. Radfahren hingegen sei wegen des Fahrtwindes eher etwas für die Abgehärteten.

Wenn die Lunge brennt, aufhören!

Grundsätzlich sei Sport im Freien auch im Winter gesund, da das Immunsystem angekurbelt werde und Erkältungen seltener seien. Wen es aber trotzdem „erwischt“, der müsse pausieren und erst wieder mit dem Trainingsprogramm beginnen, wenn er wieder ganz gesund ist. Auch ältere Menschen sollten es nicht übertreiben und vor allem keine Rutschpartien riskieren. Für sie sei Nordic Walking auf sicheren Wegen empfehlenswert, so die DGSP. Und allen Freiluftsportlern raten die Ärzte: „Wenn die Lunge „brennt“, ist es zu kalt für Sie, brechen Sie Ihre sportliche Betätigung ab!“

Für Herzpatienten gelten übrigens andere Regeln. Die Kombination aus Kälte und körperlicher Aktivität kann für Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen gefährlich werden. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BND) hin. Bei starker Kälte verengen sich nämlich die Gefäße zusätzlich und das Herz muss das Blut gegen einen erhöhten Widerstand pumpen. „Herzpatienten sollten Beschwerden wie Atemnot, Schmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb unbedingt ernst nehmen, wenn sie bei winterlicher Kälte auftreten“, sagt der BDN-Vorsitzende, Professor Detlef Moka.

Gerade Herzpatienten wird allerdings geraten, sich auch im Winter sportlich betätigen – nur eben nicht in eisiger Kälte. Sie sollten auch das Schneeschippen einem anderen Familienmitglied überlassen. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, regelmäßig zu schwimmen (im Hallenbad) oder auf dem heimischen Fahrradergometer zu trainieren. Tipps zur Gerätewahl bietet die Herzstiftung in ihrem achtseitigen Sonderdruck „Sport zu Hause“. Übrigens: Heimtrainingsgeräte, also Ruder-, Cross- und Fahrradtrainer oder auch Laufbänder können auch für Gesunde eine lohnenswerte Anschaffung sein.