Jodmangel als Folge von Fehlernährung

Jod steuert die Herstellung von Schilddrüsenhormonen. Diese beeinflussen z. B. den Energiestoffwechsel, Blutdruck und sogar unsere Stimmung. (Foto: detailblick – Fotolia / Arbeitskreis Jodmangel)
Jod steuert die Herstellung von Schilddrüsenhormonen. Diese beeinflussen z. B. den Energiestoffwechsel, Blutdruck und sogar unsere Stimmung. (Foto: detailblick – Fotolia / Arbeitskreis Jodmangel)

(dbp/fru) Wenn bei Senioren im Körper wichtige Stoffe, wie zum Beispiel Jod, fehlen, kann das ernste Folgen haben.

Denn Jod steuert die Herstellung der Schilddrüsenhormone, welche den Energiestoffwechsel, Herzrhythmus, Blutdruck und sogar unsere Stimmung beeinflussen. „Das Problem bei älteren Menschen ist, dass die Symptome einer Schilddrüsenerkrankung oft nicht als solche wahrgenommen, sondern als Zeichen des Alters gedeutet werden“, erklärt Professor Roland Gärtner, Internist und Endokrinologe aus München und Sprecher des Arbeitskreises Jodmangel e.V. (AKJ).

Jodversorgung in Deutschland noch nicht optimal

Die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) (1) zeigt, dass die Jodversorgung hierzulande noch nicht optimal ist. Bei älteren Menschen kommt hinzu, dass sie noch häufig an den Folgen einer früheren Jodmangelzeit leiden. Noch bis in die 80er Jahre nahmen die Menschen in Deutschland täglich nur etwa 20 bis 40 Mikrogramm Jod pro Tag auf. Das entspricht nur etwa einem Fünftel der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Zufuhr. „Unentdeckte Schilddrüsenveränderungen in der Altersgruppe der über 45-jährigen sind daher keine Seltenheit“, sagt Professor Gärtner.

Eine unerkannte Schilddrüsenerkrankung kann für die Betroffenen unangenehme Folgen haben. Bei länger andauerndem Jodmangel kann sich die Schilddrüse krankhaft vergrößern. Es entwickelt sich ein Jodmangelkropf. Größere Kröpfe üben Druck auf Speise- und Luftröhre sowie die Blutgefäße im Halsbereich aus. Es kann zu Schluckbeschwerden, Luftnot und Beklemmungsgefühl kommen. „Bei unklaren Beschwerden im Alter sollten Betroffene unbedingt zum Arzt gehen. Eine Blutuntersuchung kann erste Hinweise auf eine Schilddrüsenerkrankung geben. Hier ist allerdings zu beachten, dass mit zunehmendem Alter die Bildung der Schilddrüsenhormone abnimmt“, so Prof. Gärtner.

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