Jedem Fuß sein individuelles Bett

Der Orthopädie-Schuhtechniker fertigt individuelle Einlagen für verschiedene therapeutische oder präventive Zwecke. (Foto: pix4U / Fotolia)
Der Orthopädie-Schuhtechniker fertigt individuelle Einlagen für verschiedene therapeutische oder präventive Zwecke. (Foto: pix4U / Fotolia)

Orthopädische Einlagen können auch bei Knochen- und Gelenkerkrankungen helfen

(dbp/nas) Orthopädische Einlagen sind eine künstliche Stütze für die Füße. Sie geben Halt, korrigieren Fehlstellungen und sorgen dafür, dass die gesamte Körperhaltung optimiert wird. Für Menschen, die unter Arthrose (Gelenkverschleiß) oder Osteoporose (Knochenschwund) leiden, sind Einlagen ein wichtiges Hilfsmittel, die Beschwerden lindern oder sogar ursächlich wirken können.

„Eine orthopädische Einlage kann jedem Fuß sein individuelles Bett geben“, sagt Werner Dierolf, Präsident des Zentralverbands Orthopädieschuhtechnik. Und wie man den Fuß bettet, so steht und geht man auch.

Einlagen verhindern Fehlhaltungen

Patienten, die eine Arthrose im Knie oder in der Hüfte haben, benötigen vor allem eine Dämpfung. Mit einer weichen Einlage, die einen gedämpften Auftritt ermöglichen und zusätzlich seitlichen Halt gibt, können die Beschwerden gelindert werden. Außerdem kann mit Hilfe von orthopädischen Einlagen mitunter sogar ein Fortschreiten des Gelenkverschleißes verhindert werden: Fehlstellungen und -haltungen sind mögliche Ursachen von Arthrose. Und die können durch passgenaue Einlagen korrigiert werden.

„Es geht darum, den Fuß sozusagen wieder in die ursprüngliche Situation zu bringen“, erklärt Werner Dierolf. Wenn etwas in Schieflage gerät, dann fällt es um. Der menschliche Körper versucht natürlich, die Schieflage auszugleichen. Und verändert seine Bewegungsabläufe. Ein „Knick in der Statik“ wirkt sich also auf Knie, Hüfte und die gesamte Körperhaltung aus. Auch schmerzhafte Stellen am Fuß, die den Betroffenen eine Schonhaltung einnehmen lassen, führen zu Problemen. Eine orthopädische Einlage, die auf den jeweiligen „Problemfuß“ individuell zugeschnitten ist, kann ausgleichen, polstern, stützen und damit eine Fehlhaltung verhindern.

Einlagen sollten individuell angepasst werden

Während der Körper eines Arthrose-Patienten zu Versteifungen neigt, sind bei Menschen mit Osteoporose die Gelenke noch beweglich. Die Erkrankung führt zu einem „Schwund“ der Knochensubstanz: die Knochen werden porös und brechen leichter. Wenn der Fuß und damit der Körper gut und stabil steht, bedeutet das für die Patienten letztlich ein geringeres Verletzungsrisiko. Nicht nur die Einlagen, auch der Schuh an sich kann schon für Stabilität sorgen. Die Stützfunktion hat eine besondere Bedeutung, wenn bereits eine Bänderschwäche vorliegt. Auftritt und Abrollung sollten möglichst weich sein, erläutert Werner Dierolf. Und die seitliche Führung des Fußes sei wichtig.

Egal, welche Erkrankung oder welches Problem vorliegt – in jedem Fall rät der Experte zu orthopädischen Einlagen, die individuell angefertigt wird. Einlagen „von der Stange“ passen oft längst nicht so gut, auch wenn es sich um hochwertige Produkte handelt. Außerdem muss man laut Werner Dierolf auch unterscheiden, welche Anforderungen der Alltag des jeweiligen Patienten an die Einlagen stellt.

„Ein junger Sportler braucht etwas anderes als ein älterer Mensch oder jemand, der am Fließband arbeitet.“ Die Einlagen sollten auch immer auf den Schuh zugeschnitten sein, in dem sie getragen werden. Orthopädische Einlagen sind verordnungsfähig, man muss aber eine Zuzahlung leisten.

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