Jede Zigarette gefährdet die Gefäßgesundheit

Die Grafik zeigt, wie Ablagerungen an den Innenwänden der Arterien zu einer Gefäßverengung (Arteriosklerose) führt. (Foto: Sagittaria / Fotolia)
Die Grafik zeigt, wie Ablagerungen an den Innenwänden der Arterien zu einer Gefäßverengung (Arteriosklerose) führt. (Foto: Sagittaria / Fotolia)

Rauchen gehört zu den Hauptrisikofaktoren für Arteriosklerose

(dbp/auh) Rauchen ist Gift für den Körper. Der Tabakkonsum kann zu zahlreichen, zum Teil unheilbaren Krankheiten führen. Dabei denken die meisten Menschen an Krebs. Die Gefahr für Herz und Kreislauf ist aber vermutlich noch größer.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erlagen 25 Prozent aller im Jahr 2013 in Deutschland verstorbenen Personen einem Krebsleiden, 40 Prozent an Herz-Kreislauferkrankungen. Von den Menschen, die an Krebs starben, litten 20 Prozent an Krebsarten, die nach heutigem Wissensstand mit dem Konsum von Tabakprodukten im Zusammenhang stehen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist Rauchen einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen. Jeder dritte Herzinfarkt sei auf das Rauchen zurückzuführen. Die Zahl der Menschen, die in Deutschland jedes Jahres durch Tabakkonsum ums Leben kommen, wird von Experten auf 100.000 bis 140.000 geschätzt.

Der Körper ist nicht fürs Rauchen gemacht

Der Düsseldorfer Gefäßchirurg Professor Hubert Schelzig erläutert in einer Mitteilung anlässlich des diesjährigen Weltnichtrauchertages, was beim Rauchen einer Zigarette in den Blutgefäßen passiert: „Tabakrauch enthält knapp 5.000 chemische Substanzen, für die der menschliche Körper nicht gemacht ist“, erklärt der Leiter des Gefäßzentrums am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Nikotin sorgt mit jedem Zigaretten-Zug dafür, dass sich die Blutgefäße verengen und der Blutdruck steigt. Das Herz schlägt schneller. Langfristig entstehen Ablagerungen an den Gefäßen und führen zu einer gefährlichen Verengung.“

Die arterielle Durchblutungsstörung (Arteriosklerose) trete häufig in mehreren Organen auf. Ein Patient, der eine Durchblutungsstörung der Beine hat, hat auch ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden. Dabei wird die Gefäßerkrankung oft im frühen Stadium nicht bemerkt. Die Mediziner des Gefäßzentrums empfehlen daher einen regelmäßigen Gefäß-Check für Raucher.

Durchblutung kann man messen

„Für die Therapie einer Gefäßverengung ist es wichtig, möglichst genau zu wissen, wie gut die Qualität der Durchblutung an den unterschiedlichen Stellen des Körpers ist“, erklärt Schelzig. Ein Indikator für die Bewertung des Durchblutungszustandes ist die Sauerstoffkonzentration in der Haut, die man in einem schonenden Verfahren messen könne, so Schelzig. „Wir bekommen ein besseres Bild über den Zustand der Zellen.“ Es gibt aber auch andere Untersuchungsmethoden zur Kontrolle der Gefäßgesundheit.

Laut BZgA haben Raucher ein um 65 Prozent höheres Herzinfarktrisiko als Nichtrauchende. Bei Frauen ist das Risiko sogar noch höher als bei Männern. Auch ein Schlaganfall sei meist die Folge eines Gefäßverschlusses. Der Zigarettenkonsum spielt laut BZgA die zweitwichtigste Rolle bei der Entstehung eines Schlaganfalls. Ein erfolgreicher Rauchausstieg reduziert das Risiko deutlich.

Das Team des Düsseldorfer Gefäßzentrums plädiert ebenfalls ganz klar für einen sofortigen Rauchstopp. Unmittelbar nach der letzten Zigarette regeneriert sich der Körper, bereits nach 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck auf Normalwerte, die Durchblutung verbessert sich. Zwar könne man eine fortgeschrittene Arteriosklerose nicht rückgängig machen, aber ihre Weiterentwicklung könne durch eine Veränderung des Lebensstils gestoppt werden.