Jahrhundertealte indische Therapie

Ernährung spielt in der ayurvedischen Medizin eine sehr wichtige Rolle. Dabei kommen sehr viele unterschiedliche Nahrungsmittel und Gewürze zum Einsatz. (Foto: Fotolia / espies)
Ernährung spielt in der ayurvedischen Medizin eine sehr wichtige Rolle. Dabei kommen sehr viele unterschiedliche Nahrungsmittel und Gewürze zum Einsatz. (Foto: Fotolia / espies)

Ayurveda ist eine ganzheitliche Heilmethode.

(dbp/fru) Hinter der ayurvedischen Heilkunde verbirgt sich eine jahrhundertealte Philosophie, die den Menschen als individuelle Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet. „Die eigene Natur zu erkennen und zu leben ist die Voraussetzung und das Ziel für ein langes, gesundes und erfülltes Leben“, heißt es vom Deutschen Berufsverband für Ayurveda. Demnach ist Ayurveda die Kunst, gesund zu leben und sanft zu heilen. Ayurveda ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als traditionelle Heilkunde anerkannt und gehört zum offiziellen Medizinsystem in Indien. Der Begriff Ayurveda entstammt dem Sanskrit (Alt-Indischen) und setzt sich zusammen aus „ayus“, was Leben bedeutet (hier die Kombination von Körper, Geist und Seele) und „veda“, dem Wissen im Sinne einer allumfassenden Weisheit.

Ernährung spielt eine wesentliche Rolle

Krankheiten werden im Ayurveda als Disharmonie des inneren Gleichgewichts definiert. Sie treten dann auf, wenn der natürliche Gesundheitszustand (Prakriti) mit einem krankmachenden Faktor in Berührung kommt und dadurch das innere Gleichgewicht gestört wird. Die Konstitution verändert sich (Vikriti) und wir leiden unter den daraus entstehenden körperlichen und seelischen Erkrankungen. Heilung erfährt man im ayurvedischen Sinne durch Bewegung, Ernährung und entsprechender Lebensweise. Dabei wird der Ernährung eine besondere heilende Aufgabe zugesprochen. Denn sie versorgt unseren Körper mit Baustoffen und essentiellen Substanzen wie Vitaminen, Mineralstoffen sowie Spurenelementen und liefert unseren Energiebedarf.

Die Deutsche Ärztegesellschaft für Ayurveda-Medizin gibt einige Tipps zur richtigen Ernährung. Demnach sollte man nur essen, wenn man tatsächlich Hunger verspürt. Die vorhergehende Mahlzeit sollte vollständig verdaut sein (bei einer Hauptmahlzeit nach etwa 3-4 Stunden). Man sollte in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre essen und sich nicht durch Lesen, Arbeiten oder Fernsehen ablenken lassen. Zum Essen sollte man sich zudem immer hinsetzen. Zudem sollte man das Wiederaufwärmen von Speisen wenn möglich vermeiden.

Mehr als eine Wellnessanwendung

Ayurvedische Ölbehandlungen erfreuen sich auch hierzulande großer Beliebtheit. Sie sollen entgiftend, nährend und heilend wirken. Hierfür muss der Behandler die Eigenschaften des verwendeten Öls und seiner Zusätze genau kennen. „Ayurveda hat nichts mit wohlriechender Aromatherapie zu tun“, sagt Iris Hüttner, Ayurveda-Beauftragte des Deutschen Wellness Verbandes.

Der Shirodara (Stirnölguss) kann z. B. bei geschwächten oder sensiblen Menschen eine starke Wirkung auf Kreislauf und Psyche ausüben. Während einer solchen Entgiftungsphase wird empfohlen, dem Körper und Geist Ruhe zu gönnen. Yoga und Meditation wirken dabei unterstützend. Die Öle binden vorhandene Giftstoffe und transportieren diese über verschiedene Kanäle aus dem Körper. Neben Ölbehandlungen kann man in der ayurvedischen Heilkunde auch auf Einreibungen, Massagen sowie die Einnahme von pflanzlichen Kräuterpastillen, Tinkturen und verschiedenen Pulvern zurückgreifen.