Internisten finden: Es wird zu viel untersucht

Bei Rückenschmerzen erst mal zum Röntgen? Nicht immer sinnvoll, findet die DGIM. (Foto: Bilderbox)
Bei Rückenschmerzen erst mal zum Röntgen? Nicht immer sinnvoll, findet die DGIM. (Foto: Bilderbox)

(dbp/spo) Tag für Tag werden Patienten mit Methoden untersucht und behandelt, die ihnen gar nichts nützen.

Das sagt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).

Vor allem unerfahrene Ärzte neigen dazu, bei Patienten „sicherheitshalber“ noch die eine oder andere Untersuchung durchzuführen, obwohl das womöglich nichts bringt oder sogar belastend ist, so DGIM-Vorsitzender Professor Dr. Gerd Hasenfuß. Auf der anderen Seite würden hilfreiche Methoden teils viel zu selten eingesetzt.

Liste mit Empfehlungen

Dieses Missverhältnis bei der Behandlung will die DGIM jetzt mit der Initiative „Klug entscheiden“ angehen. Sie soll für jeden internistischen Schwerpunkt zehn Empfehlungen festlegen: Fünf Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, von denen abgeraten wird, und fünf, die als hilfreich angesehen werden.

Drei Beispiele für Negativ-Empfehlungen:

  • „Verzichten Sie auf bildgebende Untersuchungen bei Rückenschmerzen, die nicht länger als sechs Wochen andauern.“
  • „Verschreiben Sie keine Antibiotika bei einfachen Atemwegsinfekten.“
  • „Setzen Sie keine Stents in Herzkranzgefäße ein, wenn keine Durchblutungsstörung vorliegt.“

Die DGIM will mit ihrer Initiative die Patientenversorgung verbessern, aber auch unnötige Kosten vermeiden. Zudem ist eine Überversorgung für den Patienten oft auch von Nachteil: Werden zum Beispiel zu oft Antibiotika gegeben, verlieren sie auf Dauer ihre Wirkung.