Intensive und individuelle Beratung

Es sind für gewöhnlich mehrere Beratungstermine nötig, bis das passende Hörgerät gefunden ist. (Foto: Fotolia / Kzenon)
Es sind für gewöhnlich mehrere Beratungstermine nötig, bis das passende Hörgerät gefunden ist. (Foto: Fotolia / Kzenon)

Versorgung mit Hörgeräten ist Vertrauenssache.

(dbp/auh/fru) Die Anpassung von Hörsystemen erfolgt regelmäßig in einem langen, mehrstufigen Prozess. Dieser kann nur dann erfolgreich verlaufen, wenn ein Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Hörakustiker entsteht. Damit das ausgewählte Hörgerät seine Funktion optimal erfüllen kann, muss die Feinanpassung stimmen. Hierfür sind für gewöhnlich mehrere Beratungstermine nötig. Und auch danach bleibt der Akustiker stets der erste Ansprechpartner, wenn es zu Problemen kommen sollte. Fehlt das Vertrauen, kann es passieren, dass ein Hörsystem in einer der heimischen Schubladen verstaut wird und dort auch bleibt. Aber woran erkennt man eigentlich einen guten Hörakustiker?

Zeit nehmen und nicht drängen

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) stellt bei Feststellung einer Hörminderung eine Hörgeräte-Verordnung aus. Mit dieser geht der Patient dann zum Hörakustiker. Dort sollte er ausführlich vom Experten darüber informiert werden, welche Hörsysteme zur Verfügung stehen und welche für den jeweiligen Fall am besten geeignet sind. Dafür wird zunächst über die verschiedenen Situationen gesprochen, in denen das Gehör bei einem selbst nicht mehr optimal funktioniert und welche individuellen Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen sind. Der Hörakustiker nimmt sich die Zeit, die er benötigt, um aus dem breiten Sortiment unterschiedlicher Hörgeräte-Typen eine geeignete Auswahl vorzuschlagen.

Bei der Wahl des Hörsystems stehen die Anforderungen des Kunden an das Hörerlebnis, den Tragekomfort oder auch an die Ästhetik im Vordergrund. Neben den verschiedenen technischen Ausstattungsmerkmalen kann auch zwischen vielfältigen Formen und Designs ausgewählt werden. Angefangen bei den eigenanteilsfreien Geräten können die Kunden die Unterschiede zu Hörsystemen höherer Leistungskategorien testen und kennenlernen, um sich danach zu entscheiden. Wichtig: Der gesetzlich versicherte Kunde muss die freie Wahl haben, sich für ein zuzahlungsfreies Modell entscheiden zu können. Er darf sich nicht zu etwas gedrängt fühlen.

Genau hinhören

Nachdem die Entscheidung für ein bestimmtes Modell gefallen ist, folgt die Feinanpassung. Dabei wird das ausgewählte System Schritt für Schritt auf das jeweilige Gehör eingestellt, bis ein optimales Ergebnis erreicht ist. Das kann natürlich nur klappen, wenn der Kunde mitarbeitet und genau berichtet, ob und wo er noch Probleme hat. Ein guter Hörgeräteakustiker hört genau hin und fragt nach: Wo hat es seit dem letzten Besuch Probleme gegeben? Was kann verbessert werden?

Zum Service beim Akustiker gehört auch das Angebot eines speziellen Hörtrainings. Das kann bei Menschen erforderlich sein, die sich erst sehr spät für ein Hörgerät entschieden haben. Dann müssen das Hören und das Erkennen von Geräuschen buchstäblich neu erlernt werden. Die Betreuung durch den Hörgeräteakustiker ist damit nicht beendet. Er bleibt auch weiterhin der Ansprechpartner für alle auftretenden Fragen. Und wenn sich das Hörvermögen verändert, passt er das Hörsystem erneut an – und das immer bis der Kunde hundertprozentig zufrieden ist.