Ins Gesicht geschrieben

Moderne bildgebende Diagnostik reduziert die Risiken von chirurgischen Eingriffen im Gesicht. (Foto: Fotowerk / Fotolia)
Moderne bildgebende Diagnostik reduziert die Risiken von chirurgischen Eingriffen im Gesicht. (Foto: Fotowerk / Fotolia)

Wiederherstellende Gesichtsoperationen nach Unfall oder Krebs bergen Risiken

(dbp/ihs) Ein wichtiges Gebiet der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist die rekonstruktive Chirurgie zur Wiederherstellung nach schweren Unfällen oder Tumoroperationen. Auch für eine rein ästhetische Korrektur, zum Beispiel nach einer Operation mit unschönem Ergebnis, ist die MKG-Chirurgie zuständig.

Insbesondere Schädelverletzungen an Kiefer oder Jochbein, aber auch Tumore der Gesichtshaut, sollten von einem MKG-Chirurgen behandelt werden, findet Dr. med. Stephan Vogt, Klinikleiter aus Hannover. „Wenn es um rekonstruktive Chirurgie geht, ist der Patient bei einem Mund-, Kiefer-und Gesichtschirurgen am besten aufgehoben“, erklärt der MKG-Chirurg. Da es im Gesicht etliche motorisch wichtige Nerven gibt, könnten bereits kleinste Fehler funktionelle Störungen oder sogar lebensbedrohliche Komplikationen zur Folge haben. „Eine unsachgemäße Behandlung kann nicht nur zu Asymmetrien im Gesicht führen, sondern auch dauerhafte Fehlfunktionen wie Doppelbildsehen, Sensibilitätsdefizite, Bissstörungen und Gelenkbeschwerden auslösen“, erläutert der Experte.

Hautkrebs wird häufiger

„Grundsätzlich“, führt Dr. Vogt aus, „können in der Kiefer-Gesichtsregion alle Arten von Tumoren vorkommen.“ Bei den bösartigen Tumoren handele es sich häufig um Karzinome der Schleimhaut, aber es gebe zunehmend auch Tumore, die durch zu viel Sonneneinstrahlung entstanden seien. In 95 Prozent der Fälle handelt es sich bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich um Plattenepithelkarzinome, die im Gesicht oder auf der Schleimhaut warzenförmig wachsen.

Mithilfe von modernen bildgebenden Verfahren und histologischen Gewebeuntersuchungen könne der MKG-Chirurg erste Veränderungen zuverlässig klären. Wenn sich der Krebsverdacht bestätige, gebe es ein ausgefeiltes Therapiekonzept in Kooperation mit Onkologen und Strahlentherapeuten. Standardmäßig werde die Erkrankung operativ behandelt. Nach der Tumorentfernung könne die operierte Region plastisch wiederhergestellt werden.

Moderne Diagnostik und Operationstechnik

Laut Dr. Vogt kann der MKG-Chirurg jede Verletzung im Gesicht mit modernen bildgebenden Verfahren exakt diagnostizieren, um risikoarm operieren und effizient behandlen zu können. „Mit modernen Operationstechniken und entsprechender Erfahrung“, fügt er hinzu, „ist sowohl die funktionelle als auch die ästhetische Wiederherstellung des Gesichts möglich.“

Frakturen im Gesicht könne der MKG-Chirurg durch spezielle Materialien stabilisieren, die dann später vom Körper allmählich resorbiert würden. Auch ausgeschlagene Zähne könnten meist nach einer speziellen Behandlung ins Zahnfach zurückgesteckt werden.