Inlays, Onlays, Kronen

Goldfüllungen halten sehr lange und sind zudem sehr verträglich. Meistens werden sie im Backenzahnbereich eingesetzt. (Foto: proDente / julistrationen.de)
Goldfüllungen halten sehr lange und sind zudem sehr verträglich. Meistens werden sie im Backenzahnbereich eingesetzt. (Foto: proDente / julistrationen.de)

In der Fülltherapie gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen Zahn zu erhalten.

(dbp/nas/fru) Wenn Karies sich erst einmal in einen Zahn „gefressen“ hat, muss der behandelnde Zahnarzt zum Bohrer greifen, um das zerstörte Gewebe zu entfernen. Das entstehende Loch muss anschließend gefüllt werden. „Musste in grauer Vorzeit ein von Karies betroffener Zahn häufig gezogen werden, stellt die restaurative, das heißt zahnerhaltende Füllungstherapie heute eines der wichtigsten Gebiete des zahnärztlichen Behandlungsspektrums dar“, wird auf den Internetseiten der Initiative proDente erklärt.

Das Ziel der Zahnerhaltung ist es, den Zahn von Karies zu befreien und dabei gleichzeitig einen größtmöglichen Anteil des Zahnes zu retten. Die natürliche Zahnhartsubstanz wird mit einer Füllung ersetzt und somit die Kauleistung wiederhergestellt. Welche Materialien und Methoden zum Einsatz kommen, hängt entscheidend vom Ausmaß und der Lage der Karies ab.

Verschiedene Füllungstypen und -stoffe

Je nach Lage und Anzahl der Hohlräume (Kavität) im Zahn unterteilt der Zahnarzt den durch Karies verursachten Defekt in sogenannte Kavitäten-Klassen und legt danach das Verfahren zur Präparation und Füllung fest. Als Füllungstypen können ein-, zwei-, drei- und mehrflächige Füllungen zum Einsatz kommen, je nach Anzahl der betroffenen Zahnflächen. Damit eine gute Füllung den verschiedenen Anforderungen gerecht werden kann, sollte sie so geformt sein, dass sie je nach Lage optimalen Halt findet und sich mit der verbleibenden Zahnsubstanz verbinden kann. „Die Einheit aus Füllung und Zahn muss dem auf ihr lastenden Kaudruck standhalten und so geformt sein, dass sie alle Bereiche exakt einschließt, an denen sich erneut Karies bilden könnte“, heißt es von proDente.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen plastischen und starren Füllmaterialien. Als Füllstoffe werden Amalgam und Kunststoff als verformbare Materialien direkt in den Zahn eingebracht, Keramik und Gold hingegen kommen als starre Füllmaterialien (sogenannte Inlays) zum Einsatz, die mithilfe eines Gipsmodells im Dentallabor modelliert und vorgefertigt werden. Aus Keramik können auch Inlays hergestellt werden, die ein Computerprogramm direkt beim Zahnarzt fräst (Cerec-Technik). Kuppelfüllungen (sogenannte Onlays) sind der nächste Schritt, wenn eine Füllung nicht mehr ausreicht, eine komplette Krone aber noch nicht notwendig ist. Die Übergänge zwischen Onlay und Teilkrone sind teilweise fließend.

Teilkronen und Kronen bei größeren Schäden

Hat die Karies sich schon stark in der Hartsubstanz des Zahns ausgebreitet oder ist dieser bereits wurzelkanalbehandelt, ist oft eine Krone nötig. Kronen werden dem Zahn übergestülpt und fest einzementiert. Vollmetallkronen sind allerdings eher für den nicht sichtbaren Bereich des Gebisses geeignet. Mit Kronen aus Vollkeramik hingegen lässt sich das Aussehen eines natürlichen Zahns nahezu perfekt imitieren. Verblendkronen stellen gewissermaßen eine Mischung dar: Auf ein Metallgerüst kommt eine Verkleidung aus Keramik.

Zunächst wird in jedem Fall der Zahn abgeschliffen, ein Abdruck genommen und der Patient mit einem Provisorium versorgt. Die Krone wird im Labor anhand des Abdrucks auf einem Gipsmodell gefertigt und in einer zweiten Behandlungssitzung einprobiert und angepasst. Für den perfekten Sitz sorgt Zement. Was die Kosten angeht, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einen Festbetrag. Alle Leistungen, die über die Standardversorgung hinausgehen, müssen vom Versicherten selbst getragen werden.