Ingwer kann Übelkeit dämpfen

Ingwer ist mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen das natürliche Pendant zu den Wirkstoffen jener Medikamente, die gegen die Übelkeit nach einer Chemotherapie eingesetzt werden. (Foto: Bilderbox)
Ingwer ist mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen das natürliche Pendant zu den Wirkstoffen jener Medikamente, die gegen die Übelkeit nach einer Chemotherapie eingesetzt werden. (Foto: Bilderbox)

(dbp/spo) Die Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel helfen, Übelkeit und Brechreiz zu lindern. Wissenschaftler des Instituts für Humangenetik am Heidelberger Universitätsklinikum haben jetzt herausgefunden, warum.

Unter starker Übelkeit und Erbrechen leiden unter anderem Krebspatienten nach einer Chemotherapie. Zwar gibt es gegen diese Nebenwirkungen inzwischen wirksame Medikamente, die sogenannten Anti-Emetika, allerdings kann auch Ingwer die Beschwerden lindern. Unklar war bisher nur, wie der Ingwer dies schafft.

Auswirkung auf Serotonin-Bindung

„Die Ingwerwurzel enthält eine Reihe von hochwirksamen Inhaltsstoffen“, sagt Dr. Beate Niesler vom Institut für Humangenetik. Sie besetzen die Serotonin-Andockstellen auf den Nervenzellen. So kann das Serotonin nicht mehr binden. „Die Folge: Das Brechzentrum wird nicht aktiviert und die Übelkeit bleibt aus.“ Anti-Emetika haben im Grunde die gleiche Wirkweise. „Die Inhaltsstoffe des Ingwers sind sozusagen das natürliche Pendant zu den Wirkstoffen der Anti-Emetika.“

Die Wissenschaftler hoffen nun, die Wirkweise des Ingwers in klinischen Studien weiter erforschen zu können. „Eine Kombination von Ingwerextrakt und Anti-Emetika wäre eine starke Waffe gegen die von der Chemotherapie verursachte Übelkeit. Die Behandlung wäre doppelt wirksam“, so Dr. Niesler.