Individuelle Strategien gegen die Atemnot

Zur Selbstkontrolle bei Asthma gehört das regelmäßige Messen und das gewissenhafte Protokollieren der Peak-Flow-Werte. (Foto: fovito / Fotolia)
Zur Selbstkontrolle bei Asthma gehört das regelmäßige Messen und das gewissenhafte Protokollieren der Peak-Flow-Werte. (Foto: fovito / Fotolia)

Naturheilkundliche und alternative Therapien können das Leben mit Asthma erleichtern

(dbp/auh) Asthma gehört zu den Krankheiten, die vom Patienten eine besonders aktive und gewissenhafte Mitarbeit erfordern, damit die ärztlich verordnete Therapie erfolgreich sein kann. Das beginnt bei der richtigen Anwendung der Medikamente, die meist inhaliert werden. Darüber hinaus ist es unerlässlich, dass der Asthmapatient sich nicht nur theoretisch mit seiner Erkrankung gut auskennt. Dabei helfen können Patientenschulungen, aber die Motivation muss vom Betroffenen selbst ausgehen.

Patientenschulungen und Selbstkontrolle

„Je mehr man aber über seine Krankheit weiß, umso besser kann man sie bewältigen“, betont der Bundesverband der Pneumologen auf seiner Internetseite www.lungenaerzte-im-netz.de. Die Fachärzte empfehlen: „Gerade bei chronischen Erkrankungen wie Asthma sollten Patientenschulungen als ganzheitliches Behandlungskonzept Bestandteil einer jeden Therapie sein.“ Erforderlich sei, dass der Patient ein „Asthma-Selbstmanagement“ erlerne. Dazu gehöre die Selbstkontrolle der Erkrankung mittels Peak-Flow-Meter (ein handliches Lungenfunktionsmessgerät), die Protokollierung der Werte und der Beschwerden in einem Asthma-Tagebuch sowie die ärztlich kontrollierte, aber selbstständig durchgeführte Anpassung der Medikation an die jeweilige Krankheitssituation.

Auf diese Weise lernt der Asthmapatient, wie sein Körper auf bestimmte innere und äußere Reize reagiert. Das ist wichtig, um zum Beispiel möglichen Allergenen gezielt aus dem Weg gehen zu können. „Wenn Sie Ihre Asthmaerkrankung mithilfe der richtigen Therapie im Griff haben, können Sie ein fast normales Leben führen“, schreibt Waltraud Rehms in ihrem Buch „Asthma natürlich behandeln“.

Ergänzende Behandlungsformen

Die Autorin erkrankte als Kind an Asthma und leitet die Asthmaselbsthilfegruppe „Atemlos“ in Münster. Ergänzend zur ärztlich verordneten medikamentösen Behandlung hat sie sich auf die Suche nach alternativen und naturheilkundliche Methoden gemacht, die das Leben mit Asthma leichter machen können. Ihr Motto: „Wenn ich aktiv werde und mich mit meiner Krankheit auskenne, verliert die Krankheit ihren Schrecken und ich fühle mich ihr nicht hilflos ausgeliefert.“ Wichtig: Kein Patient ist wie der andere. Was dem einen hilft, nutzt dem anderen überhaupt nicht.

Waltraud Rehms stellt daher nicht nur solche Verfahren vor, die ihr selbst geholfen haben, sondern einen ganzen Schatz an alternativen Heilmethoden: Phytotherapie, Atemtechniken, Traditionelle Chinesische Medizin, Ayurveda, Homöopathie, Schüßler-Salze, Bach-Blütentherapie, Bewegung (Lungensport), Ernährungsänderungen (Darmsanierung, Säure-Basen-Balance) und Entspannungstechniken wie Qigong, Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Biofeedback, Hypnotherapie und Massagen. Auch Klimakuren am Meer, im Heilstollen, mit Sole-Inhalationen in und an Gradierwerken sowie Hydrotherapien wie Wassertreten nach Kneipp werden ausführlich vorgestellt.

Die schulmedizinische, medikamentöse Therapie steht allerdings an erster Stelle und kann nicht ersetzt werden, das stellt die Autorin ganz klar heraus. Für alle Asthmapatienten und ihre Angehörigen ist die Lektüre mit Sicherheit ein Gewinn und kann anregen, sich auf den eigenen Weg zu mehr Lebensqualität zu machen.

  • Buchtipp: Waltraud Rehms: Asthma natürlich behandeln. Alle wichtigen ergänzenden Behandlungen. Das können Sie selbst tun, 152 Seiten, Schlütersche Verlagsgesellschaft Hannover, 2014