Individuelle „Betten“ für die Füße

Ob Pumps oder Sportschuh: Orthopädische Einlagen kann man für fast jeden Schuh anfertigen lassen. (Foto: Brian Jackson / Fotolia)
Ob Pumps oder Sportschuh: Orthopädische Einlagen kann man für fast jeden Schuh anfertigen lassen. (Foto: Brian Jackson / Fotolia)

Orthopädische Einlagen können Fehlstellungen korrigieren und Beschwerden lindern

(dbp/nas) Individuell angepasste, orthopädische Einlagen geben dem Fuß sein passendes „Bett“. Das kann je nach Bedarf eine zusätzliche Stütze, eine Druckentlastung, eine Polsterung oder eine Kombination gewünschter Wirkungen sein. Für Menschen mit einer Fußfehlstellung ist es wichtig, dass die Einlage als Korrektur fungiert: Zum Teil können so die Ursachen beseitigt werden, in jedem Fall aber Beschwerden und Schmerz gelindert. „Ganz wichtig dabei ist das Zusammenspiel zwischen Schuh und Einlage“, sagt Werner Dierolf, Präsident des Zentralverbands Orthopädieschuhtechnik.

Einlagen korrigieren Fehlstellungen

Fehlstellungen können den Fuß – und damit den ganzen Körper – in eine Schieflage bringen. Ganz automatisch versucht der Betroffene, diese auszugleichen. Das wirkt sich auf die Statik und die Bewegungsabläufe aus. Die möglichen Folgen: Schon- und Fehlhaltungen, Veränderungen an Muskulatur oder Knochen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Eine orthopädische Einlage wirkt dem entgegen, erklärt Werner Dierolf. Je nach Art und Anforderung des jeweiligen Fußes werden die „Deformitäten“ korrigiert, gestützt oder gebettet. In modernen Einlagen sind verschiedene Materialien von Kork und Leder bis hin zu Kunststoffen verarbeitet.

Zu den häufigsten Problemen zählen der Knick-, der Senk- und der Spreizfuß. Deren Ursache kann genetisch bedingt sein, häufig liegt allerdings eine Überlastung zugrunde. Beim Knickfuß stehen Ferse und Achillessehne nicht mehr „lotrecht“ und gerade, sondern der Fuß ist nach innen (seltener nach außen) geknickt, so dass die Bänder ständig überdehnt sind. Hier muss eine Einlage die Ferse anheben. Beim Senkfuß ist das Längsgewölbe des Fußes abgesenkt; der Betroffene läuft quasi auf den Felgen. Das Problem beim Spreizfuß wiederum ist ein Absenken des Quergewölbes; daran seien häufig zu hohe Absätze schuld, sagt Dierolf.

Schuhe und Einlagen müssen zusammenpassen

Der Hallux valgus (Ballenzeh) macht ebenfalls vielen Menschen Beschwerden – verursacht durch eine Veranlagung oder zu enges Schuhwerk. Hier muss eine Einlage das vordere Fußgewölbe stützen. Der Begriff Hallux rigidus bezeichnet die zunehmende Steifigkeit der Großzehe, bedingt durch Arthrose im Grundgelenk. Einlagen mit einem Volumen von rund 5 Millimetern können die Großzehe „tiefer legen“, erläutert der Experte. Auch bei einem Fersensporn (einer Knochenbildung im Bereich der Ferse) können Einlagen helfen, um die zugrunde liegende Reizung und die Knochenbildung zurückgehen zu lassen.

Die gesetzlichen Krankenkassen genehmigen zwei Paar Einlagen pro Jahr. Dafür übernehmen sie einen Festbetrag und der Patient muss zehn Prozent zuzahlen. Mehrkosten für besonders hochwertige Einlagen muss der Patient selbst übernehmen. Orthopädie-Schuhmachermeister Dierolf empfiehlt, Einlagen nicht nur für ein Paar Schuhe anfertigen zu lassen. Die Schuhe sollten unbedingt zum Orthopädietechniker mitgebracht werden, denn Schuhwerk und Einlagen müssen gut zusammen passen. Außerdem ist es natürlich ein großer Unterschied, ob der Kunde die Einlagen hauptsächlich für seine schicken Büroschuhe oder für Freizeitschuhe benötigt.

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