In der Reha den Umgang mit dem Schmerz lernen

Schmerzfreie Bewegung ermöglichen – das ist eines der Ziele der Reha bei Rheuma. (Foto: Eric Fahrner / Fotolia)
Schmerzfreie Bewegung ermöglichen – das ist eines der Ziele der Reha bei Rheuma. (Foto: Eric Fahrner / Fotolia)

Bei Rheuma gehört die Rehabilitation zu den wichtigsten Behandlungsangeboten

(dbp/wgt) Wenn jede Bewegung schmerzt, die Bewältigung des Alltags und berufliche Herausforderungen zur Qual werden, ist häufig Rheuma die Ursache. Nicht nur ältere Menschen sind betroffen, oft beginnt der Kampf mit dem chronischen Schmerz schon im Kindes- und Jugendalter. Linderung und Unterstützung finden Rheumakranke durch eine individuell abgestimmte Rehabilitation. Sie zielt auf die Reduzierung der Schmerzen und trägt ganz wesentlich dazu bei, die Selbstständigkeit und Erwerbsfähigkeit zu erhalten.

Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland leiden laut Deutscher Rheuma-Liga an schmerzhaften Einschränkungen des Bewegungsapparats. Am häufigsten sind die durch Abnutzung bedingten Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen sowie die weichteilrheumatischen Erkrankungen wie etwa Muskelverspannungen. Für die Betroffenen gehört neben der medikamentösen Therapie die ambulante oder stationäre Rehabilitation zu den wichtigsten Behandlungsangeboten.

Ambulante Rehabilitation hat Vorrang

Die ambulante Reha-Behandlung hat rein rechtlich Vorrang vor der stationären. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Patient noch ausreichend belastbar ist und geeignete ambulante Therapiemöglichkeiten durch ein Reha-Team unter ärztlicher Betreuung in erreichbarer Nähe zu Verfügung stehen.

Stationäre Rehabilitation: alles unter einem Dach

Eine stationäre Behandlung in einer Reha-Klinik bietet den Vorteil, dass dem Patienten alle Therapieleistungen unter einem Dach geboten werden. Hinzu kommen entsprechende diagnostische Möglichkeiten durch erfahrene Ärzte und die jederzeit präsente Hilfe durch Pflegepersonal. Der Patient kann die Behandlungsangebote über den gesamten Tag verteilt wahrnehmen und sich bei Erschöpfung oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen zwischendurch ausruhen.

Was gehört zu einer guten Reha bei rheumatischen Erkrankungen?

Die Reha-Behandlung beginnt mit einer eingehenden medizinischen Untersuchung zum Ausmaß der rheumatischen Erkrankung. Unter Einbeziehung der Anforderungen in Beruf und Alltag werden anschließend mit dem Patienten die individuellen Rehabilitationsziele abgestimmt. Dazu zählen neben der Schmerzlinderung:

• Erhalt und Verbesserung der Gelenkfunktionen

• Korrektur der Körperhaltung

• Mobilisation von Wirbelsäule und Gelenken

• Verbesserung der Bewegungskoordination

• Stärkung der körperlichen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit

Je nach Erkrankung kommen Physio- und Ergotherapie, Krankengymnastik, Elektrotherapie, Wärmeanwendungen und Bewegungsbäder zum Einsatz.

Bei Erkrankungen der Wirbelsäule erlernt der Patient in einer speziellen Rückenschule, seine Körperhaltung zu verbessern und durch richtiges Heben, Tragen und Sitzen weitere Fehlbelastungen zu vermeiden. Ein Qualitätsmerkmal einer guten Reha-Behandlung ist die psychologische Einzel- oder Gruppentherapie zur Schmerzbewältigung. Hinzu kommt die Beratung bei der beruflichen Rehabilitation. Denn gerade bei jüngeren Rheuma-Patienten führt die chronische Erkrankung oft dazu, dass sie ihren Beruf nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben können.