Implantate brauchen gute Pflege

Die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt ist für Implantatträger besonders wichtig. (Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)
Die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt ist für Implantatträger besonders wichtig. (Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)

Schlechte Mundhygiene und starkes Rauchen gefährden die künstliche Wurzel

(dbp/auh) Zahnimplantate sind in den Augen vieler die schönste Variante, Zahnlücken zu schließen. In jedem Fall sind die künstlichen Wurzeln die modernste Lösung, die sich auch durch Vielseitigkeit auszeichnet. So kann ein Einzelimplantat einen durch Krankheit oder Unfall verloren gegangenen Zahn ersetzen. Und sogar in einem zahnlosen Unterkiefer können zwei oder vier Implantate die Basisverankerung für eine Prothese darstellen, erklärt Dr. Raphael Borchard, Fachzahnarzt für Oralchirurgie, in einer Mitteilung der Initiative proDente.

Der Zahnarzt aus Münster, der seit 20 Jahren praktische Erfahrung mit implantologischen Operationen hat, nennt noch ein weiteres Einsatzgebiet für Implantate: „Auch wenn man Brücken bauen möchte, ist das mit Hilfe von Implantaten möglich.“ Fehlen mehrere Zähne im Seitenzahnbereich, könne eine implantatgetragene Brücke eingesetzt werden. Dabei werden mindestens zwei Implantate eingepflanzt, welche als Brückenpfeiler für die künstlichen Zähne dienen.

Ist der Hightech-Zahnersatz also für jeden Patienten geeignet, der ihn sich finanziell leisten will und kann? Es gibt zwar einige Gründe, die gegen Einsetzen der künstlichen Wurzeln sprechen, aber die meisten davon können behoben werden. Professor Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, nennt unter anderem einen schlecht eingestellten Diabetes oder eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates). Beides müsse behandelt werden, bevor die Implantate gesetzt werden.

Rauchen erschwert Heilungsprozess

Professor Oesterreich weist auch darauf hin, dass Rauchen die Einheilung des Implantats in den Kieferknochen deutlich erschwert. Darüber hinaus gebe es bei starken Rauchern ein erhöhtes Risiko für Entzündungen rund um das Implantat und in der Folge sogar für einen frühzeitigen Verlust des teuren Stücks.

Das gleiche Problem droht auch Implantatträgern, die es mit der Mundhygiene nicht so genau nehmen. Die Initiative proDente informiert: „Um den neuen Zahn möglichst lange zu erhalten, ist eine besonders gründliche und regelmäßige Pflege nötig. Ansonsten kann sich eine Periimplantitis bilden, eine schmerzhafte Entzündung der Umgebung des Implantates.“

Zahnbürste allein genügt nicht

Implantatträger benötigen zusätzlich zur Zahnbürste spezielle Hilfsmittel und Techniken beim Zähneputzen. Zahnzwischenräume und Implantatränder müssen mit Interdentalbürstchen und mit einer flauschigen Zahnseide gepflegt werden. Bei implantatgetragenen Brücken muss insbesondere der Übergang von der Brücke zum Zahnfleisch gut gereinigt werden.

Die Bundeszahnärztekammer rät außerdem zu engmaschigen Kontrollen beim Zahnarzt – mindestens alle sechs Monate. Der Zahnarzt erkennt die Schwachstellen bei der Pflege und kann helfen, diese zu beheben.

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