Impfquote bei Gebärmutterhalskrebs immer noch zu niedrig

Humane Papillomviren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen und spielen bei der  
Entstehung von Gebärmutterhalskrebs eine Rolle. (Foto: Fotolia / Gina Sanders)
Humane Papillomviren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen und spielen bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs eine Rolle. (Foto: Fotolia / Gina Sanders)

(dbp/fru) Studien bescheinigen der Impfung gegen Humane Papillom-Viren (HPV-Impfung) eine schützende Wirkung.

Nebenwirkungen sind ausgesprochen selten. Dennoch liegen die Durchimpfungsraten hierzulande noch weit unter 50 Prozent, stellt die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Übersicht fest. Und das, obwohl die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) die Impfung schon seit zehn Jahren empfiehlt.

In Australien wurden bereits 2007 durch ein staatliches Impfprogramm an Schulen fast neun von zehn Mädchen geimpft, berichtet die Stiftung Kindergesundheit. Bereits einige Jahre später wurde eine 60-prozentige Abnahme der auffälligen Gebärmutterhals-Abstriche beim Frauenarzt dokumentiert. Bei Jugendlichen unter 21 Jahren konnte zudem ein Rückgang der Genitalwarzen um 80 Prozent festgestellt werden.

Impfung nur wirksam ohne vorherige Ansteckung

Die STIKO empfahl die Impfung ursprünglich für Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren. Im August 2014 senkte das Expertengremium das empfohlene Impfalter auf neun bis 14 Jahre und empfahl nur noch zwei anstatt drei Impfstoffdosen für eine vollständige Immunisierung. Hintergrund war unter anderem, dass die Impfung nur dann wirksam ist, wenn es noch nicht zur Ansteckung gekommen ist. Humane Papillomviren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen und 36 Prozent der Mädchen und 20 Prozent der Jungen gaben in einer Befragung an, bereits mit 14 bis 15 Jahren den ersten Geschlechtsverkehr erlebt zu haben.

„Fast jeder sexuelle aktive Erwachsene kommt irgendwann in seinem Leben in Kontakt mit Papillomviren. Die meisten von ihnen müssen keine negativen Folgen befürchten: Das Immunsystem schafft es in aller Regel, den unerwünschten Eindringling wieder loszuwerden. Eine chronische Infektion mit den so genannten Hochrisikotypen von HP-Viren kann aber auch gefährlich werden: Als vermutliche Folge davon erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 4.700 Frauen neu am Gebärmutterhalskrebs, 1.500 bis 1.600 sterben daran“, erläutert Professor Dr. Johannes Liese, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Kindergesundheit.

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