Impfen oder nicht?

Die Skepsis gegenüber Impfungen ist so alt wie das Thema selbst. (Foto: Fotolia / Yantra)
Die Skepsis gegenüber Impfungen ist so alt wie das Thema selbst. (Foto: Fotolia / Yantra)

(dbp/abz) Seit der englische Arzt Edward Jenner im Jahr 1796 bewiesen hat, dass Menschen vor der Ansteckung mit Pocken geschützt werden können, indem sie zuvor einen harmlosen Erreger verabreicht bekommen, wird das Für und Wider des Impfens diskutiert.

Die Skeptiker führen meist eigene schlechte Erfahrungen mit Impfungen ins Feld. Noch häufiger werden Vorbehalte gegen die vermeintlich von der Pharmaindustrie gesteuerten Impfempfehlungen geäußert. Aber auch die Befürworter von Impfungen stehen ihnen meist nicht vorbehaltlos gegenüber. So haben auch die meisten Menschen, die Impfungen gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt sind, bei der Impfung gegen die Schweinegrippe, die 2009 in den Medien sehr kontrovers diskutiert wurde, nicht mitgemacht.

Die Impfbereitschaft in Deutschland ist trotzdem sehr hoch. Fast alle Kinder sind gegen Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung geimpft. Und das ist gut so, denn gerade wenn es um die Abwägung in Bezug auf das Impfen von Kindern geht, sollten Eltern lieber den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert Koch Instituts folgen, als den mitunter sehr laienhaften und emotionalen Argumenten der selbsternannten Impfexperten im Internet.

Dass mangelnde Impfbereitschaft aber auch sehr gefährlich werden kann, zeigen die aktuellen Zahlen zur Masernimpfung, die unter der von Experten geforderten Quote liegt, die notwendig wäre, um Epidemien zu vermeiden. Das in Deutschland gesetzte Ziel, das Virus bis zum Jahr 2015 auszurotten, wurde verfehlt. Stattdessen kommt es durch den fehlenden Impfschutz hierzulande immer wieder zu Ausbrüchen. Diese verlaufen aufgrund der guten ärztlichen Versorgung meist glimpflich, in anderen Teilen der Welt fordern sie viele Menschenleben.