Immer auf Empfang

Das menschliche Ohr leistet Erstaunliches. Über den Hörnerv können auch leiseste Signale ins Gehirn weitergeleitet und dort zu Informationen verarbeitet werden. (Foto: Fotolia / Syda Productions)
Das menschliche Ohr leistet Erstaunliches. Über den Hörnerv können auch leiseste Signale ins Gehirn weitergeleitet und dort zu Informationen verarbeitet werden. (Foto: Fotolia / Syda Productions)

Das menschliche Ohr ist Hör- und Gleichgewichtsorgan zugleich.

(dbp/wgt) Das Gehör ist unsere erste Verbindung zur Welt. Denn schon im Mutterleib nehmen wir Töne und Geräusche wahr. Ein Leben lang bleibt es dann ohne Unterlass aktiv, ob wir wach sind oder schlafen. Unser Gehör versorgt uns mit wichtigen Informationen, reagiert selbst auf die leisesten Geräusche und alarmiert uns bei drohenden Gefahren. Es vermag wichtige Sprachsignale aus störenden Hintergrundgeräuschen herauszufiltern und die feinen Untertöne im Gesagten zu erkennen. Und nicht zuletzt ermöglicht uns das Gehör, Geräusche so zu lokalisieren, dass wir uns in unserer Umwelt zurechtfinden.

Doch damit nicht genug. Ein intaktes Gehör ist auch der Schlüssel zur Sprache und damit unabdingbar für die gesamte geistige und soziale Entwicklung des Menschen. So können frühkindliche Hörstörungen, die nicht rechtzeitig erkannt werden, zu Einschränkungen der Sprachentwicklung und der kognitiven Fähigkeiten führen. Lässt das Hörvermögen im Erwachsenenalter nach, schwindet auch die Fähigkeit zur zwischenmenschlichen Kommunikation und damit zur Teilhabe am normalen Alltagsleben.

Hören ist ein komplexer Vorgang

Was das Ohr leistet, wird an der Bandbreite der Töne deutlich, die es wahrzunehmen vermag. Sie umfasst Tonhöhen in einem Frequenzbereich zwischen 16 und 20.000 Hertz. Dahinter steckt ein äußerst komplexer Vorgang. Während Außen- und Mittelohr der Schallaufnahme und -weiterleitung dienen, ist das Innenohr das eigentliche Hörorgan (Corti-Organ). Hier liegt die Hörschnecke (Cochlea) mit ihren empfindlichen Rezeptoren, auch Haarzellen genannt. Sie sorgen dafür, dass die mechanische Energie der Schallwellen in elektrische Impulse umgewandelt wird. Über den Hörnerv werden die Signale ins Gehirn weitergeleitet und dort zu Informationen verarbeitet, die es uns ermöglichen, die Bedeutung des Gehörten auch zu verstehen.

Damit wir nicht aus der Balance geraten

Auch unser Gleichgewichtsorgan (Vestibularapparat) liegt im Innenohr. Mit seinen Sinneszellen registriert es Geschwindigkeits- und Lageveränderungen und übermittelt die Reize an unser Gehirn und an die Augen. Nur so sind wir überhaupt in der Lage, unsere Bewegungen zu koordinieren, unseren Körper in jeder Situation im Gleichgewicht zu halten und uns im Raum zu orientieren. Wie wichtig der funktionierende Gleichgewichtssinn im Alltag ist, zeigt sich erst, wenn es zu Erkrankungen des Vestibularapparates kommt. Die gehen meist mit heftigen Schwindelanfällen und erheblicher Bewegungsunsicherheit einher.

Trotz seiner Komplexität und Leistungsfähigkeit ist das Ohr pflegeleicht im wahrsten Sinne des Wortes, denn es reinigt sich selbst. Kleine Härchen im äußeren Gehörgang transportieren das lästige Ohrenschmalz und sonstige Schmutzpartikel in Richtung Ohrmuschel. Es reicht dann, die Ohrmuschel mit Wasser zu reinigen. Wer mit dem Wattestäbchen in den Ohren bohrt, stört dagegen den körpereigenen Reinigungsprozess und drückt das Ohrenschmalz zurück nach innen.

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