Ich sehe das, was du nicht siehst

Für Blinde und hochgradig Sehbehinderte ist der Blindenführhund ein wichtiger Begleiter im Alltag. (Foto: DBSV / A. Peters)
Für Blinde und hochgradig Sehbehinderte ist der Blindenführhund ein wichtiger Begleiter im Alltag. (Foto: DBSV / A. Peters)

Der Blindenführhund erleichtert den Alltag von Blinden und Sehbehinderten.

(dbp/fru) Für Blinde und Sehbehinderte lauern im Alltag überall Tücken und Erschwernisse. Ob es zum Beispiel beim barrierefreien Zugang zu und innerhalb von Gebäuden ist oder beim Surfen im Internet, die Teilhabe am normalen Leben ist für Betroffene erheblich eingeschränkt.

Sehbehindert oder schon blind?

Wer eingeschränkt sehen kann, hat zunächst nur eine Fehlsichtigkeit. Diese ist bedingt durch Formabweichungen des Auges von der Norm. Brechungsfehler des Auges führen zu einer eingeschränkten Sehschärfe und unscharfem Sehen. Solche Fehlsichtigkeiten können aber in der Regel durch Brillen und Kontaktlinsen, in manchen Fällen auch durch eine Operation ausgeglichen werden. Zu den häufigsten Fehlsichtigkeiten gehören Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit.

Nach deutschem Recht gilt man erst dann als sehbehindert, wenn man auf dem besser sehenden Auge selbst mit Sehhilfen wie Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr als 30 % von dem sieht, was ein Mensch mit normaler Sehkraft erkennen würde. Der Sehrestwert ist also kleiner oder gleich 30 %. Als hochgradig sehbehindert wird man eingestuft, wenn der Sehrestwert nicht mehr als 5 % beträgt und als blind gilt man, wenn man nicht mehr als 2 % von dem sieht, was ein Mensch mit normaler Sehkraft erkennt. Augenkrankheiten, die zu Sehbehinderungen oder sogar zu Blindheit führen können, sind beispielsweise Grauer Star, Makula-Degeneration, Grüner Star oder Diabetische Retinopathie.

Anspruch auf Blindenführhund

Warum die Einstufung als (hochgradig) sehbehindert oder blind wichtig ist, erkennt man beispielsweise, wenn es darum geht, was die gesetzlichen Kassen an Zuschüssen gewähren oder ob ein Blindenführhund zugesprochen werden kann. In Deutschland haben blinde Menschen mit einem Sehvermögen unter 2% sowie hochgradig Sehbehinderte (Sehvermögen nicht höher als 5 %) generell Anspruch auf eine Versorgung mit Blindenführhund. Allerdings ist das eine langwierige Angelegenheit, denn von der Entscheidung, sich einen Blindenführhund zuzulegen, bis zur Übergabe vergehen in der Regel anderthalb bis zwei Jahre. Denn der Blindenführhund muss zunächst für die individuellen Bedürfnisse ausgesucht und ausgebildet werden.

Die Kostenträger übernehmen in der Regel auch Unterhaltskosten, wie Futter, Versicherung oder bestimmte Tierarztkosten bis zu etwa 140 Euro pro Monat. Blindenführhunde sind meistens auch von der Hundesteuer befreit. Dennoch müssen sie bei der Stadt oder Gemeinde angemeldet werden. Zudem gelten einige Ausnahmeregelungen wie zum Beispiel eine besondere Zutrittserlaubnis für Geschäfte, in denen Hunde verboten sind oder auch die Mitnahme in ein Flugzeug.