Hüftprothesen werden am häufigsten eingesetzt

Moderne Materialien und Formen erlauben heutzutage eine schonende Implantation von Hüftprothesen. (Foto. Fotolia / denissimonov)
Moderne Materialien und Formen erlauben heutzutage eine schonende Implantation von Hüftprothesen. (Foto. Fotolia / denissimonov)

Materialien und Operationsmethode sind entscheidend.

(iwg/auh/fru) In Deutschland leiden laut Deutscher Arthrose-Hilfe etwa fünf Millionen Frauen und Männer unter Beschwerden, die durch eine Arthrose verursacht werden – Tendenz weiter steigend. Arthrose ist damit die häufigste aller Gelenkerkrankungen. Hände, Knie und Hüften sind besonders häufig betroffen, aber auch sonstige Gelenke können befallen sein. Meistens sind bei Arthrose-Patienten gleich mehrere Gelenke in Mitleidenschaft gezogen. Heilbar ist eine solche Gelenkabnutzung nicht. Wenn das Leben durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen stark beeinträchtigt ist sowie konservative Behandlungsformen nicht mehr zum Ziel führen, kann der Ersatz des erkrankten Gelenks durch eine Endoprothese empfehlenswert sein.

Hüftprothesen können mehr als 20 Jahre halten

Nach Angaben des Endoprothesenregisters Deutschland wurden im Jahr 2016 in der Bundesrepublik etwa 123.000 Hüftoperationen durchgeführt. Damit stellt dieser Eingriff hierzulande zahlenmäßig den größten Anteil an allen Kunstgelenkoperationen dar. Frauen sind dabei mit etwa 60 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer. Die Operationsmethoden und auch die Implantate haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert und ausdifferenziert. Die verschiedenen Endoprothesenmodelle werden heute immer mehr auf den Patienten abgestimmt. Nicht nur Alter und Gesundheitszustand, auch individuelle anatomische Gegebenheiten und funktionelle Gesichtspunkte werden berücksichtigt.

Ein künstliches Hüftgelenk kann mittlerweile mehr als 20 Jahre halten. Die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik weist darauf hin, dass nach neuesten Studien nach 15 Jahren etwa 89 %, nach 20 Jahren 70 % und nach 25 Jahren 58 % der implantierten Prothesen noch intakt seien. Moderne Hüftprothesen müssen dabei einiges aushalten, denn Patienten sind heute deutlich aktiver als früher und beanspruchen die Kunstgelenke dadurch stärker. Zudem sind viele Prothesenträger schwerer, was ein weiterer Risikofaktor für eine Implantatlockerung darstellt.

Schonendere Eingriffe durch minimal-invasive Chirurgie

Als künstliche Hüftprothesen kommen heutzutage zementfreie oder zementierte Standardschaftprothesen mit Metall- oder Keramikköpfen zum Einsatz sowie zementfreie Kurzschaftprothesen. Die nur rund zehn Zentimeter langen Kurzschäfte werden in der Regel hauptsächlich bei jüngeren Patienten implantiert, da sie eine gute Knochensubstanz benötigen. Insbesondere für Osteoporose-Patienten kommt ein Kurzschaft nicht infrage.

Auf dem Gebiet der Materialkombination für Hüftkopf- und Hüftpfannenprothese (auch Gleitpaarung genannt) hat es ebenfalls bedeutende Entwicklungen gegeben. Bei modernen Gleitpaarungen bestehen sowohl der Hüftkopf als auch das Innere der Pfanne (Inlay) aus einer hochwertigen Keramik. Diese Kombination hat einen großen Vorteil: es entstehen wesentlich weniger Abriebpartikel als bei einer Pfanne mit Kunststoffinlay. Die sogenannte Partikelkrankheit – eine Hauptursache der Prothesenlockerung – kommt praktisch kaum noch vor und die Lebensdauer der Prothese verlängert sich. Moderne Operationstechniken mit kleinen Schnitten (minimalinvasive Chirurgie) schonen zudem die Muskulatur, führen zu weniger Blutverlust und beschleunigen die ambulante oder stationäre Rehabilitation.