HPV-Antikörpertest deckt erhöhtes Krebsrisiko auf

Computersimulierte Darstellung eines HP-Virus. (Copyright: www.dkfz.de)
Computersimulierte Darstellung eines HP-Virus. (Copyright: www.dkfz.de)

(dbp/spo) Humane Papillomviren, kurz HPV, werden meist in Verbindung mit Gebärmutterhalskrebs genannt.

Allerdings stehen sie auch im Zusammenhang mit den seltenen Krebsarten im Mund-Rachen-Raum. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben jetzt herausgefunden, dass ein Test auf bestimmte HPV-Antikörper als Frühwarnsystem für diese Krebsarten dienen kann.

An der internationalen Studie waren neben dem DKFZ auch die International Agency for Research on Cancer (IARC) und das amerikanische National Cancer Institute beteiligt. Es wurden Blutproben von 2.600 Probanden untersucht, die noch keinen Mund-Rachen-Tumor hatten. Später wurden die Ergebnisse von 1.000 Patienten, bei denen ein solcher Tumor aufgetreten war, noch mit den Ergebnissen gesunder Probanden verglichen.

Antikörper sind schon Jahre vor dem Tumor da

Unter allen HPV gilt der Typ 16 als besonders gefährlich. Ist ein Mensch damit infiziert, bildet er Antikörper gegen das Protein E6 dieses Virustyps. Sind diese wiederum im Blut nachweisbar, besteht ein hohes Risiko, dass sich eine Tumorerkrankung im Mund-Rachen-Raum bildet, so das DKFZ. Die Antikörper können schon zwölf Jahre vor Ausbruch der Erkrankung auftreten, was die jetzige Studie zeigte.

Wie bei allen Krebsarten gilt auch hier: Je früher der Tumor erkannt und entfernt werden kann, desto wahrscheinlicher ist eine Heilung. Wer also um sein erhöhtes Risiko weiß, hat größere Chancen, einen Tumor im Mund oder Rachenraum durch regelmäßige Checks rechtzeitig zu erkennen. Krebsarten im Mund-Rachen-Raum treffen Männer öfter als Frauen. Die klassischen Auslöser sind Rauchen und ein hoher Alkoholkonsum. Etwa zwei Drittel der Patienten haben jedoch laut DKFZ auch Antikörper gegen das HPV-Protein E6 im Blut.