Hormonelle Ausnahmesituation

Jugendliche sind aufgrund von hormonellen Gegebenheiten gerade in der Pubertät anfälliger für eine Gingivitis. (Foto: proDente / Marcel Sträter)
Jugendliche sind aufgrund von hormonellen Gegebenheiten gerade in der Pubertät anfälliger für eine Gingivitis. (Foto: proDente / Marcel Sträter)

Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre erhöhen das Risiko für eine Gingivitis.

(iwg/fru) Alles fängt mit dem Zahnbelag (Plaque) an. Bakterien bilden zusammen mit Nahrungsresten diesen Biofilm auf unseren Zähnen sowie am Zahnfleischrand und in den Zahnzwischenräumen. „Wird dieser Belag nicht durch regelmäßige, gründliche Zahnpflege entfernt, entwickelt sich an den betroffenen Stellen bereits nach wenigen Tagen eine Zahnfleischentzündung“, erklärt die Initiative proDente auf ihren Internetseiten. Während bei dieser sogenannten Gingivitis nur das Zahnfleisch erkrankt ist, ist bei einer Parodontitis bereits der ganze Zahnhalteapparat betroffen.

Frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig

Eine Parodontitis lässt sich im günstigsten Fall stabilisieren, eine Gingivitis lässt sich jedoch komplett heilen. Das macht eine frühzeitige Erkennung und Behandlung der Gingivitis so wichtig. Symptome einer Gingivitis können geschwollenes Zahnfleisch, Zahnfleischrückgang, Mundgeruch und vor allem Zahnfleischbluten sein. Blutet das Zahnfleisch häufiger, sollte sich ein Zahnarzt die Mundsituation anschauen, um so ggf. auch frühzeitig einer Parodontitis vorzubeugen. Eine Gingivitis ist für den Zahnarzt teilweise schon mit bloßem Auge zu erkennen. Er kann zudem mithilfe einer speziellen Sonde die Festigkeit des Zahnfleischs prüfen und schaut nach, ob es bereits zur Bildung von Zahnfleischtaschen gekommen ist.

Meistens liegt die Ursache für eine Gingivitis in einer unzureichenden Mundhygiene, gerade wenn es sich um schwer zugängliche Stellen in der Mundhöhle handelt, weiß Prof. Dr. Dietmar Oesterreich von proDente. Hier hilft effektiveres Zähneputzen, am besten auch der Einsatz von Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten (Interdentalbürsten). Und auch eine professionelle Zahnreinigung kann hier rasch Abhilfe schaffen, denn hier können die Dentalfachkräfte mit speziellen Instrumenten deutlich besser schwer zugängliche Stellen erreichen und gründlich reinigen.

Auch hormonelle Gingivitis möglich

Gerade in der Pubertät als auch in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren ist das Risiko zur Bildung einer Gingivitis erhöht. In der Pubertät kann es zu einem Hormonüberschuss kommen, welcher eine Zahnfleischentzündung auslösen kann. Bei Beschwerden und Auffälligkeiten wie z.B. Zahnfleischbluten sollten Jugendliche daher den Zahnarzt aufsuchen. In der Zahnarztpraxis werden im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung die harten und weichen Beläge entfernt und wichtige Hinweise für eine optimale Mundhygiene gegeben. „Nach dieser Behandlung klingt die Entzündung bei guter Pflege in der Regel nach ein paar Wochen ab“, wird von der Initiative proDente erklärt.

In der Schwangerschaft haben Hormone Einfluss auf die Durchblutung der Organe. Diese werden stärker durchblutet, die Gefäße schwellen an und das Bindegewebe lockert sich auf. Das gelte auch für die Mundschleimhaut, was dazu führe, dass das Zahnfleisch durchlässiger wird und schädliche Bakterien sowie giftige Stoffwechselprodukte diesen Schutzwall leichter passieren können, warnt die Initiative proDente. So kann sich das Zahnfleisch entzünden und es kommt zu Zahnfleischbluten. Aber auch in den Wechseljahren können hormonelle Schwankungen zu Zahnfleischentzündungen führen. Eine gründliche Mundhygiene ist auch hier die Basis zur Vorbeugung und zur Behandlung.