Hormone aus der Natur?

Rotklee gehört zu den Pflanzen, denen eine lindernde Wirkung bei leichten Wechseljahresbeschwerden zugeschrieben wird. (Foto: Heike Rau / Fotolia)
Rotklee gehört zu den Pflanzen, denen eine lindernde Wirkung bei leichten Wechseljahresbeschwerden zugeschrieben wird. (Foto: Heike Rau / Fotolia)

Gegen leichte Beschwerden in den Wechseljahren ist „ein Kraut gewachsen“

(dbp/nas) In den Wechseljahren verschiebt sich das Hormongleichgewicht im weiblichen Körper. Etwa ein Drittel der Frauen erlebt diese Zeit nahezu beschwerdefrei, jeweils ein weiteres Drittel hat aber entweder zumindest leichte oder sogar massive Gesundheitsprobleme, zum Beispiel Schweißausbrüche, Gewichtszunahme und Depressionen. Um den Mangel an Hormonen auszugleichen, gibt es verschiedene Methoden.

Viele Frauen mit leichten Beschwerden fragen sich: Können auch pflanzliche Präparate helfen? Ja, bestätigt Dr. Petra Stute von der Deutschen Menopausegesellschaft. Nicht immer seien sie zwangsläufig die bessere Variante und längst nicht für alle Substanzen, die angeblich Linderung verschaffen sollen, sei eine Wirkung auch wissenschaftlich nachgewiesen. Aber für viele Frauen seien sie einen Versuch wert, so Stute.

Nur bei wenigen Stoffen ist die Wirksamkeit nachgewiesen

Nachgewiesene Effekte erzielen zum einen die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), zum anderen Soja und Rotklee, erläutert die Expertin. Die Wirkung der Traubensilberkerze führt laut Studien bei leichteren Wechseljahresbeschwerden zu einer deutlichen Linderung. Bereits die nordamerikanischen Ureinwohner kannten die Pflanze und ihre heilende Kraft. Wie bei fast allen pflanzlichen Präparaten darf man aber keine sofortige Besserung erwarten, sondern muss einige Wochen Geduld haben.

Mehr als 300 verschiedene Pflanzen enthalten östrogenartige Verbindungen; die meisten sind für den Menschen allerdings ungenießbar. Einen besonders hohen Phytoöstrogengehalt weist der Rotklee auf. Die Wildkräutersorte ist als Gemüse unverdaulich, eine Zufuhr kann aber in Form von Tabletten erfolgen. Die Wissenschaft wurde auf die Pflanze aufmerksam, weil neuseeländische Schafe nach dem Weiden auf Wiesen mit Rotklee unfruchtbar wurden.

Der Hauptlieferant sogenannter Isoflavone, einer Untergruppe von Phytohormonen, ist die Sojapflanze. Während man früher dachte, die Tatsache, dass japanische Frauen so gut wie keine Wechseljahresbeschwerden kennen und viel seltener an Brustkrebs erkranken, läge an einer genetischen Veranlagung, weiß man inzwischen: Der Konsum von phytoöstrogenreichen Nahrungsmitteln macht den Unterschied.

Soja kann auch vor Brustkrebs schützen

Dass Soja vermutlich das Brustkrebsrisiko senken kann, legen neueste Studienergebnisse nahe, sagt Dr. Stute. In einheimischen Hülsenfrüchten stecken ebenfalls Isoflavone, allerdings deutlich weniger. Soja und Sojaprodukte sollten deshalb bei Frauen in den Wechseljahren in jedem Fall auf dem Speiseplan stehen, raten Experten. Allerdings nicht nach dem Motto „viel hilft viel“. Die durchschnittliche tägliche Aufnahmemenge sollte 50 bis 60 Milligramm nicht überschreiten.

Was andere pflanzliche Substanzen wie Ginseng, Mönchspfeffer, Nachtkerzenöl, Melisse, Frauenmantel oder Johanniskraut betrifft, gebe es keine ausreichenden Studien, die eine Wirksamkeit bei Wechseljahresbeschwerden belegen, so Dr. Stute.