Hörschäden am Arbeitsplatz vorbeugen

Bei Berufen mit einer intensiven Lärmbelastung wie z. B. Bohren, Sägen, Schleifen oder Schweißen muss unbedingt ein Gehörschutz getragen werden. (Foto: Fotolia / maxoidos)
Bei Berufen mit einer intensiven Lärmbelastung wie z. B. Bohren, Sägen, Schleifen oder Schweißen muss unbedingt ein Gehörschutz getragen werden. (Foto: Fotolia / maxoidos)

Der richtige Gehörschutz kann das Hörvermögen langfristig erhalten

Das Ohr macht niemals Pause. Selbst im Schlaf empfangen wir akustische Signale. Umso wichtiger ist es, seine Ohren bei besonderen Belastungen zu schützen, insbesondere auch bei Berufen, die eine intensive Lärmbelästigung mit sich bringen. Ein solcher Arbeitslärm fällt beispielsweise beim Bohren, Sägen, Schleifen, Schweißen oder beim Einsatz von Presslufthämmern an. Für solche Situationen muss der Arbeitgeber einen Gehörschutz am Arbeitsplatz bereitstellen. Ab einem Lärmpegel von 85 Dezibel schreibt das der Gesetzgeber vor.

Gehörschutz individuell anpassen

Bei der Suche nach einer geeigneten Lärmdämpfung kommt es sehr auf den Einsatzzweck an. Besonders sinnvoll ist ein individuell angepasster Gehörschutz, der selbst bei längerem Tragen einen hohen Tragekomfort sowie gute Dämmeigenschaften hat. „Ein Gehörschutz am Arbeitsplatz wird vielfach nicht richtig eingesetzt. Das hat zur Folge, dass er nicht so gut wirkt wie es die Hersteller angeben“, warnt der Berufsverband der HNO-Ärzte auf seinen Internetseiten. Als häufigen Fehler bezeichnen die HNO-Ärzte, dass z. B. Ohrenstöpsel nicht tief genug ins Ohr gesteckt werden. Zudem seien bei Ohrenschützern, die mit zwei Schalen die Ohrmuscheln abdecken, die Dichtungskissen oft veraltet.

Der Gehörschutz im lärmbelasteten Job sorge daher häufig nur für eine geringe Schalldämmung. „Werden die Ohren aber dauerhaft mit Lärm über einem Wert von 80 bis 85 Dezibel belastet, kann Schwerhörigkeit die Folge sein“, erklären die Experten. Ein HNO-Arzt könne Berufstätige hinsichtlich des geeigneten Gehörschutzes und der optimalen Anwendung beraten. Für Berufsmusiker sollte beispielsweise beim Spielen die Dämmung von Ohrstöpseln nicht zu stark sein, damit Klänge und Band gut zu hören sind. Dafür gibt es spezielle Hörstöpsel, die die Ohren gut vor lauten Klängen schützen.

Weitere Störfaktoren berücksichtigen

Ein Gehörschutz kann nur einwandfrei funktionieren, wenn alle Störfaktoren ausgeschlossen werden. Dazu zählen laut Berufsverband der HNO-Ärzte zum Beispiel, dass der Bügel einer Schutzbrille das enge Anliegen des Gehörschutzes behindert oder dass beim Tragen einer Atemschutzmaske das Dichtungskissen des Ohrenschützers verschoben wird. Auch zu dichtes Kopfhaar oder das Tragen von Ohrringen können die Schutzwirkung von Ohrenschützern verringern. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Dichtungskissen nicht eingedrückt sind. Und wenn ein Schutzhelm getragen wird, sollte er mit dem Gehörschutz so kombiniert werden können, dass die Gehörschutzkapseln optimal anliegen.

Bei Problemen wie Juckreiz im Ohr oder Hautreaktionen kann man die Marke wechseln oder auf einen Gehörschutz aus antiallergischen Materialien zurückgreifen. Durch das regelmäßige Tragen von Gehörschutz kann sich auch vermehrt Ohrenschmalz im Gehörgang ansammeln. Auch dieses wird vom HNO-Arzt schonend entfernt. „Überschüssiges Ohrenschmalz kann zu einem störenden Pfropfen zusammenkleben und das Hörvermögen beeinträchtigen. Doch Gehörschutz-Träger sollten keinesfalls versuchen, das Ohrenschmalz mit Wattestäbchen oder anderen spitzen Gegenständen zu entfernen“, warnt der Berufsverband der HNO-Ärzte. Denn hierbei könne der Pfropf noch tiefer ins Ohr gelangen oder den Gehörgang bzw. das Trommelfell verletzen.