HNO-Ärzte empfehlen HPV-Impfung

Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen im Rachen. Aber auch das HP-Virus kann ein Oropharynxkarzinom auslösen. (Foto: Blue-Fox / Fotolia)
Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen im Rachen. Aber auch das HP-Virus kann ein Oropharynxkarzinom auslösen. (Foto: Blue-Fox / Fotolia)

(dbp/cwr) Menschen, deren Zähne chronisch entzündet sind, haben offenbar ein höheres Risiko, Tumore im Mund-Rachen-Raum zu entwickeln als Gesunde.

Darauf weist der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte hin und rät, auf eine sorgsame Zahn-Hygiene zu achten.

Der Grund heißt humanes Papillomvirus, abgekürzt HPV. Nach Angaben der HNO-Ärzte ist der Krankheitserreger bislang vor allem im Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs aufgetaucht, jetzt wird er auch für bösartige Kopf-Hals-Tumore verantwortlich gemacht. Und eben jenes HP-Virus fühlt sich wohl, wenn der Mundraum chronisch entzündet ist, wie beispielsweise bei einer Parodontitis – einer oft langwierigen bakteriellen Infektion, die die Zähne nachhaltig schädigt und meistens auf eine nicht richtig behandelte Zahnfleischentzündung zurückzuführen ist.

„Raucher galten immer als Hauptrisikogruppe für solche Krebserkrankungen, allerdings wird aufgrund der sinkenden Anzahl der Raucher in westlichen Ländern klar, dass auch HPV keine unwesentliche Rolle bei der Entstehung von Kopf-Hals-Tumoren wie Rachenkrebs spielt“, sagt Dr. Wolfgang Hornberger vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Die Übertragung der Viren erfolge durch Oralsex.

Den Nachweis eines Zusammenhangs zwischen Parodontitis, einer HPV-Infektion und Mundrachenkrebs haben US-amerikanische Wissenschaftler erbracht. Sie untersuchten 124 Menschen mit Kopf-Hals-Tumoren. Das Ergebnis: Bei fast zwei Drittel der Patienten mit Mundrachenkrebs (Oropharynxkarzinom) wiesen sie eine HPV-Infektion nach. Probanden mit Mundhöhlenkrebs oder Kehlkopfkrebs waren wesentlich seltener HPV-infiziert. Eine zusätzliche Zahnuntersuchung brachte ans Licht, dass Mundrachenkrebs-Patienten auch am häufigsten an einer Parodontitis litten. „Für einen abschließenden Nachweis bedarf es weiterer Studien“, sagt Hornberger. Aber ein offensichtlicher Zusammenhang könne nicht von der Hand gewiesen werden. Der HNO-Experte empfiehlt, seine Zähne gründlich zu pflegen, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen und sich gegen HP-Viren impfen zu lassen. Weitere Informationen unter www.hno‐aerzte‐im‐netz.de.